Allgemein- und Viszeralchirurgie up2date 2008; 2(3): 229-248
DOI: 10.1055/s-2008-1038328
Leber, Galle, Pankreas, Milz

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Pankreaskarzinom und periampulläre Karzinome

C. Reißfelder1 , N. N. Rahbari1 , M. Koch1 , M. W. Büchler1 , J. Weitz1
  • 1Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg
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Publication Date:
10 June 2008 (online)

Das Pankreaskarzinom ist ein häufiger Tumor des Gastrointestinaltraktes und zeichnet sich insbesondere durch sein aggressives Wachstumsverhalten aus. Diese Tumorentität ruft meist nur unspezifische Symptome hervor und wird somit häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt. Die wesentlich seltener auftretenden periampullären Karzinome können ihren Ursprung in der Ampulla Vateri, der Papille, dem papillennahen Duodenum sowie dem distalen Gallengang- bzw. Pankreasgangepithel haben. Diese Tumoren weisen hinsichtlich ihres Wachstumsverhaltens und der Prognose wesentliche Unterschiede zum duktalen Adenokarzinom des Pankreas auf.

Die operative Entfernung des Tumors bildet sowohl beim Pankreaskarzinom als auch bei den periampullären Tumoren die einzige Chance auf eine Kuration. Das Operationsverfahren der Wahl bei Karzinomen im Pankreaskopf- und Ampullenbereich stellt die pyloruserhaltende (pp-Whipple-OP) oder die partielle (Kausch-Whipple-OP) Pankreatikoduodenektomie dar. Tumoren im Bereich von Pankreaskörper und Pankreasschwanz werden in der Regel durch eine Pankreaslinksresektion entfernt. Eine totale Pankreatektomie ist nur in seltenen Fällen notwendig. Durch Fortschritte sowohl im operativen als auch im perioperativen Management konnten die Morbidität und Mortalität der Pankreaschirurgie in den vergangenen Jahren deutlich gesenkt werden, wobei die Operation in erfahrenen Zentren durchgeführt werden sollte.

Patienten mit einem duktalen Pankreaskarzinom, bei denen eine kurative Resektion durchgeführt wurde, wird eine adjuvante Chemotherapie mit 5-FU oder Gemcitabine empfohlen. Trotz der Fortschritte im Bereich der operativen und postoperativen Therapie bleibt die Prognose von Patienten mit einem Pankreaskarzinom weiterhin schlecht mit einer 5-Jahres-Überlebensrate für alle an einem Pankreaskarzinom erkrankten Patienten von unter 5 %. Sofern kurativ reseziert werden kann, ist inzwischen eine deutlich verbesserte Überlebensrate erzielt worden. Wesentliche prognostische Faktoren bezüglich des Langzeitüberlebens nach Pankreaskarzinomresektion sind die kurative Resektion, die Lymphknoteninfiltration und die Erfahrung des Chirurgen bzw. des Krankenhauses.

Die Prognose von Patienten mit einem primär ampullären bzw. Papillenkarzinom fällt deutlich besser aus. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt hier bei 64 - 80 %, sofern keine Lymphknoten befallen sind, und bei 19 - 40 % für Patienten mit tumorbefallenen Lymphknoten.

In diesem Beitrag werden die Diagnostik, die Therapie und die postoperativen Risiken des Pankreaskarzinoms und der periampullären Karzinome, welche sich weitgehend überschneiden, dargestellt. Des Weiteren sollen neben den Techniken der onkologischen Pankreaschirurgie die weiterführenden multimodalen Therapien, die eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit erfordern, aufgezeigt werden.

Quellenangaben

  • 2 Bassi C, Dervenis C, Butturini G. et al . Postoperative pancreatic fistula: an international study group (ISGPF) definition.  Surgery. 2005;  138 8-13
  • 6 Reissfelder C, Koch M, Büchler M W, Weitz J. Pankreaskarzinom.  Chirurg. 2007;  78 1059-1072
  • 7 Weitz J, Koch M, Friess H, Büchler M W. Impact of volume and specialization for cancer surgery.  Dig Surg. 2004;  21 253-261
  • 10 Wittekind C H, Meyer H-J, Bootz F. TNM-Klassifikation maligner Tumoren. 6. Aufl. Heidelberg; Springer Medizin Verlag 2003

Zum Weiterlesen und Vertiefen

Prof. Dr. med., MSc Jürgen Weitz

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