Diabetes aktuell 2007; 5(6): 260-266
DOI: 10.1055/s-2008-1036441
Schwerpunkt

© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Depressionen bei Diabetes - Rechtzeitig erkennen und behandeln

Norbert Hermanns1 , Bernhard Kulzer1
  • 1Diabetes-Zentrum Bad Mergentheim und Forschungsinstitut der Diabetes-Akademie Bad Mergentheim
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Publication Date:
18 January 2008 (online)

Die Komorbidität von Diabetes und Depressionen stellt in der hausärztlichen Praxis eine besonders problematische Konstellation dar. Depressionen sind bei Diabetikern etwa doppelt so häufig wie in der Allgemeinbevölkerung und sie sind häufig eine wesentliche Behandlungsbarriere. Dies gilt gleichermaßen für Menschen mit einer subklinisch depressiven Stimmungslage wie auch für Patienten mit einer klinisch manifesten Depression. Depressive Diabetiker haben eine schlechtere Stoffwechseleinstellung und weisen bezüglich Morbidität und Mortalität eine deutlich schlechtere Prognose auf als nicht depressive Diabetiker. Obwohl es effektive Behandlungsmöglichkeiten gibt, werden viele depressive Diabetiker in der klinischen Routine nicht erkannt. Eine Diagnose ist relativ einfach mit Hilfe eines strukturierten Gespräches oder unkompliziert auszufüllender Fragebögen zu stellen. Das Ansprechen der Problematik und der Besuch einer Diabetesschulung können einen ersten Schritt zur Behandlung der Depression darstellen. Bei der medikamentösen Therapie ist auf mögliche Neben- oder Wechselwirkungen mit der Diabetestherapie zu achten.

Literatur

Korrespondenz

Prof. Dr. Norbert Herrmanns

Leiter des Forschungsinstituts der Diabetes-Akademie(FIDAM)

Postfach 1144

97961 Bad Mergentheim

Email: [email protected]