Diabetes aktuell 2007; 5(6): 240-246
DOI: 10.1055/s-2008-1036438
Schwerpunkt

© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Die Arzt-Patienten-Beziehung in der hausärztlichen Praxis - Vom Patienten zum Kunden?

Andreas Schuster1
  • 1Facharzt für Allgemeinmedizin, Annaberg-Buchholz
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Publication Date:
18 January 2008 (online)

Trotz aller medizinischen Fortschritte können viele Erkrankungen einen schicksalhaften Verlauf nehmen, andere unterliegen einem Selbstheilungsprozess. Als tragendes Element erweist sich in jedem Fall ein vertrauensvolles Arzt-Patient-Verhältnis.

Wie oft können wir im Alltag keine endgültige Diagnose stellen oder keine ideale Therapie anbieten? Immer kann der Heilungsverlauf eine unerwartete Wendung nehmen. In einer langjährigen Beziehung wird das Wissen um die gegenseitige Verlässlichkeit zu einem immer bedeutenderen Bestandteil der Betreuung. Es geht also um die medizinische Begleitung eines Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen. Dabei kann dieser Mensch zeitweise oder chronisch erkranken und auf unsere fachliche und menschliche Unterstützung angewiesen sein. Neben der dann erforderlichen Diagnostik und Therapie beeinflussen viele weitere Faktoren die Behandlung und den Heilungsverlauf (Kenntnis um familiäre und soziale Rahmenbedingungen, Erfahrungen aus früheren Krankheitsverläufen, das vorherrschende Weltbild, die Einstellung zum Leben ganz allgemein). Dieses Wissen und dessen Nutzung lassen sich nicht in „Evidenzgrade” einteilen. Es hat aber unter Umständen entscheidenden Einfluss auf den Heilungsverlauf. Keine noch so ausgefeilte Diagnostik und Therapie kann letztlich darauf verzichten.

Literatur

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Korrespondenz

Dr. med. Andreas Schuster

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