Klin Padiatr 1988; 200(4): 339-343
DOI: 10.1055/s-2008-1033732
Kasuistiken

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Lungenresektion bei Grunderkrankung Mukoviszidose und Zustand nach Poliomyelitis - zwei Kasuistiken

Pneumonectomy in Cystic Fibrosis and Status After Poliomyelitis - Two Case ReportsU.  Usener1 , R.  . Urbanek1 , Ö.  Ünal-Maelger1 , P.  Greiner1 , J.  Hasse2 , N.  Böhm3 , B.  Fuchs3
  • 1Universitäts-Kinderklinik, Freiburg
  • 2Abteilung Lungenchirurgie der Chirurgischen Universitäts-Klinik Freiburg
  • 3Pathologisches Institut der Universität Freiburg
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
13. März 2008 (online)

Abstract

Two cases of destroyed lung after repeated pneumonia are reported; one in a patient suffering from cystic fibrosis in the age of 8 years, the other in a 15 year old girl with a phrenic nerve paralysis.

In both children physiotherapy as well as retreatments with appropriate antibiotics did not achieve any long-term curative effect. Therefore a pneumonectomy was indicated.

In the patient with cystic fibrosis a small air leak was observed on the first postoperative day at the bronchial suture line, which was treated with an immediate rethoracotomy and correction.

In the other child a pericardial effusion 4 weeks after surgery occured. Regression was seen within two weeks under antibiotic therapy.

In diseases such as cystic fibrosis and paralysis of the diaphragm a resection of the lung is justified in cases even if they are complicated by recurrent infections due to atelectasis or bronchiectasia.

The preoperative investigation includes the proof of a total lung failure by scintiscan and/or measurement of a mucociliary clearance. A non altered function of the remanining lung is a prerequisite.

Zusammenfassung

Das Vollbild einer ,,destroyed lung" entwickelte sich bei einem 8jährigen Knaben mit der Grunderkrankung einer Mukoviszidose, bei dem sich eine Atelektase im rechten Oberlappen zum erstenmal im Alter von 3-4 Monaten manifestierte. Rezidivierende Pneumonien traten ab dem 3-4 Lebensjahr mit ein oder zwei Rezidiven pro Jahr auf.

Ebenso kam es zum Vollbild einer ,,destroyed lung" bei einem 15jährigen Mädchen, das im Alter von einem Jahr an Poliomyelitis erkrankte und seither rezidivierende Pneumonien vornehmlich der linken Seite hatte.

Eine antibiotische Therapie war in beiden Fällen wiederholt erfolglos, so daß schließlich nur noch die einseitige Pneumonektomie eine verbesserte Lebenserwartung versprach. Die Komplikationen waren zum einen die postoperative Bronchusstumpfinsuffizienz, im anderen Fall ein Perikarderguß, sie ließen sich beheben. Die Indikation zur Lungenresektion wird auch bei komplizierenden Grunderkrankungen wie der Mukoviszidose oder Lähmung nach Poliomyelitis dann gestellt, wenn ausgedehnte Atelektasen bzw. Bronchiektasen als Herd für ständige Infektionen entstehen und wenn im Szintigramm oder in der mukoziliären Clearance ein totaler Funktionsausfall einer Lunge festgestellt wird, wobei gesichert sein muß, daß die verbleibende Lunge eine nahezu vollständige Funktion aufweist.

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