Klin Padiatr 1988; 200(4): 324-329
DOI: 10.1055/s-2008-1033729
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Hörscreening mittels akustisch evozierter Hirnstammpotentiale bei Neugeborenen und Säuglingen

Hearing Screening by Means of Acoustic Evoked Brain Stem Potentials in Newborns and InfantsU.  Schauseil-Zipf1 , H. von Wedel2
  • 1Universitäts-Kinderklinik Köln
  • 2Universitäts Hals-Nasen-Ohren Klinik
Weitere Informationen

Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
13. März 2008 (online)

Abstract

Reported failure rates of hearing screening using the conventional brainstem auditory evoked response (BAER) audiometry range from 5% to 60% with about 30% of the babies having normal hearing sensitivity on follow-up. Testing an automated infant screener using advanced evoked response technology the results of this new system are compared to a conventional evoked response system operated by skilled personal.

50 neonates (100 ears) were tested at a gestational age of 40-42 weeks. Normal results were obtained in all 25 neonates (50 ears) of the control group using both testing procedures. Out of 25 neonates (50 ears) at risk for congenital, peri- or postnatal hearing disorder abnormal results were seen with either one or both methods in 8 patients. In 4 out of 100 investigated ears (4%) results of the BAER infant screener were false positive and in 2 cases (2%) false negative. The possibilities and limits of this hearing screener are evaluted and its validity for newbornscreening compared to known follow-up studies are discussed

Zusammenfassung

Ein in den USA entwickeltes automatisch arbeitendes Untersuchungssystem, welches statistische Modelle zur objektiven Erkennung der akustisch evozierten Hirnstammpotentiale verwendet und verschiedene Störfaktoren automatisch kontrolliert, wird hinsichtlich seiner Effektivität mit der bisher verwendeten, konventionellen Methode zur Ableitung von Hirnstammpotentialen verglichen. 50 Neugeborene wurden untersucht. 25 gesunde Kinder ohne Risiko einer frühkindlichen Hörstörung wiesen bei beiden Methoden übereinstimmend unauffällige Testergebnisse auf. Von 25 Risikokindern zeigten 17 übereinstimmend unauffällige Befunde. Bei 8 Kindern des Risikokollektivs ergaben eine oder beide Methoden auffällige Ergebnisse. Übereinstimmende Meßergebnisse lagen bei insgesamt 86 von 100 untersuchten Ohren vor. In 4 Fällen wurde durch die automatisierte Ableitung ein falsch auffälliges Ergebnis und in 2 Fällen ein falsch unauffälliges Ergebnis ermittelt. Die reine Meßzeit war bei automatisierter Ableitung akustisch evozierter Hirnstammpotentiale ca. 50% kürzer als bei konventioneller Technik. Sie lag bei unauffälligen Kindern für beide Ohren im Durchschnitt bei 2,5 Minuten. Die Möglichkeiten und Grenzen eines Screening-Verfahrens durch automatisierte Ableitung akustisch evozierter Hirnstammpotentiale werden diskutiert.

    >