Laryngorhinootologie 1994; 73(1): 36-40
DOI: 10.1055/s-2007-997077
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Feinmaschige Metallendoprothesen zur Behandlung der langstreckigen zervikalen und intrathorakalen Tracheomalazie*

Elastic Metal Endoprostheses in the Treatment of TracheomalaciaE. Wilmes1 , H. Berger2 , H. Dienemann3 , A. Jolk1
  • 1Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen- und Ohrenkranke (Direktor: Prof. Dr. E. Kastenbauer)
  • 2Radiologische Klinik (Direktor: Prof. Dr. M. Reiser)
  • 3Chirurgische Klinik und Poliklinik (Direktor: Prof. Dr. F. W. Schildberg) der Ludwig-Maximilians-Universität, München
* Herrn Prof. Dr. H. H. Naumann zum 75. Geburtstag gewidmet.
Weitere Informationen

Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
29. Februar 2008 (online)

Zusammenfassung

Grundsätzlich ist bei den unterschiedlichen zur Verfügung stehenden Behandlungsmöglichkeiten der Tracheomalazie die primär chirurgische Versorgung mit resezierenden oder tracheoplastischen Operationsmethoden anzustreben. Ist ein chirurgisches Vorgehen nicht möglich, bleibt häufig nur die palliative Schienung der Trachea durch lokale Platzhalter. Die endoluminale Dilatation des kollabierten Stützgerüsts der Trachea durch die Implantation verschiedener Endoprothesen aus Silikon oder Metall ergab als definitive Therapieform bislang keine befriedigenden Ergebnisse. Die Verwendung neu entwickelter, feinmaschiger und flexibler Metallgeflecht-Stents erscheint aber jetzt als wenig aufwendige, echte therapeutische Alternative. Die Implantation von feinmaschigen, selbst expandierenden Metallstents hat sich bei 5 Patienten mit einer langstreckigen Tracheomalazie als definitive therapeutische Maßnahme in der Akutphase aber auch bezüglich auf die Langzeitergebnisse bewährt. Bei den 5 Patienten wurde unmittelbar nach Einsetzen der Stents eine deutliche Verbesserung der Atmung und der respiratorischen Insuffizienz erreicht. Die Stents wurden problemlos toleriert; die bislang bei konventionellen Endoprothesen beobachteten Nachteile wie Sekretstau, Hustenreiz oder Fremdkörpergefühl traten nicht auf. Bereits nach wenigen Wochen waren die Stents vollständig epithelisiert. Nach den bisherigen Ergebnissen kann der Wallstent als selbstexpandierende und voll elastische Metallendoprothese zur Dilatation der kollabierten Wandschichten des Atemrohres als eine therapeutische Bereicherung angesehen werden.

Summary

The treatment of tracheal stenoses caused by tracheomalacia is mainly carried out by means of sleeve resection, tracheopexy with ring support or other tracheoplastic operative procedures. If patients cannot be treated by surgical operative strategies, conventional Stents are usually used to dilate the trachea. The use of a self-expanding elastic metal prosthesis in 5 patients with tracheal airway obstruction caused by tracheomalacia proved to be a true alternative in the therapy of tracheobronchial stenoses. We report on the long term use of 5 patients with tracheal stenoses treated by Implantation of elastic metal wallstents. The implantation of the Stents resulted in immediate improvement in respiratory function in all 5 patients. None of the patients experienced complications secondary to the Stent placement. The Stents were well tolerated (long-time follow-up 26 months). The implantation of self-expanding metall Stents type “wallstent” seems to offer alternative possibilities for the treatement of tracheomalacia.

    >