Radiologie up2date 2008; 8(2): 97-100
DOI: 10.1055/s-2007-995672
Der besondere Fall

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Ossifikation des posterioren longitudinalen Ligaments (OPLL)

J.  S.  Bauer, H.  Rechl, K.  Wörtler
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Publication Date:
26 May 2008 (online)

Fallvorstellung

Ein 56-jähriger afghanischer Mann wurde unverschuldet in einen Verkehrsunfall verwickelt. Nach dem Anprall war er ansprechbar und voll orientiert. Äußere Verletzungen waren nicht zu erkennen. Mit einer Rippen- und Schulterprellung sowie einer Distorsion der Halswirbelsäule stellte er sich am selben Tag in der chirurgischen Ambulanz vor. Zu diesem Zeitpunkt bestanden Schmerzen am linken Brustkorb, am linken Arm und an der linken Schulter. Letztere war etwas geschwollen. Zudem war der Faustschluss der linken Hand leicht behindert. Der Patient litt an Diabetes mellitus und Asthma bronchiale. Bis auf den Blutzucker waren alle Laborparameter im Normbereich. Die Röntgenbilder des linken Hemithoraxes, der Schulter und des Oberarms zeigten keine Fraktur (nicht abgebildet). Von der Halswirbelsäule wurde eine CT angefertigt (Abb. [1]).

Abb. 1 Multislice-CT. Axiale Schnitte in Höhe HWK 2/3 (a), HWK 3 (b), HWK 4 (c) und sagittale Reformation (d). Die hyperdense Masse am posterioren Aspekt der HWK 2 - 4 entspricht einer kontinuierlichen Verknöcherung des hinteren Längsbandes. Der Spinalkanal wird dadurch signifikant eingeengt. Auch an der Hinterkante des HWK 5 erkennt man eine solide Knochenapposition.

Abb. 2 Schematische Darstellung einer OPLL mit (a) und ohne (b) Duraverknöcherung. Kriterien für eine Duraverknöcherung sind der mehrsegmentale Befall, eine Ausdehnung über mehr als 50 % von Breite und Länge des Spinalkanals sowie die zweischichtige Verknöcherung, den beiden Lagen des Bandes entsprechend (modifiziert nach [3]).

Literatur

Dr. med. Jan S. Bauer

Institut für Röntgendiagnostik

Klinikum rechts der Isar

Technische Universität München

Ismaninger Str. 22

81675 München

Email: jsb@roe.med.tum.de