Diabetes aktuell 2007; 5(5): 198
DOI: 10.1055/s-2007-993259
Magazin

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Übergewicht und mangelnde Bewegung - Enger Zusammenhang zwischen Fettleber und Typ-2-Diabetes

Further Information

Publication History

Publication Date:
31 October 2007 (online)

 

Die Bedeutung der Fettleber wurde lange Zeit unterschätzt, meint Professor Dr. med. Michael Roden vom Hanusch-Krankenhaus, Wien. Der Grund: Die Diagnose war umständlich. Sie erforderte eine Gewebeprobe aus der Leber. Außerdem galt die Fettleber lange als harmlos. Zu Unrecht, denn neue Studien deuten nach Meinung des Hormon- und Stoffwechselexperten darauf hin, dass die Fettleber von zentraler Bedeutung für die Entstehung des Metabolischen Syndroms ist. Allein dies sei Grund genug, die Fettleber ernst zu nehmen.

Die Verfettung kann aber auch der Leber selbst schweren Schaden zufügen, warnt Professor Roden. Die Folgen sind die gleichen wie beim übermäßigen Alkoholgenuss: Zunächst kommt es zu einer Leberentzündung, der nicht-alkoholischen Steatohepatitis (NASH). Später kann das Organ vernarben. Es kommt dann zur tödlichen Leberzirrhose.

Einer Leberverfettung beugt man am besten durch die gleichen Maßnahmen vor, die auch einen Diabetes verhindern. Ausgewogene Ernährung und viel Bewegung könnten der Verfettung vorbeugen, berichtet Professor Dr. med. Burkhard Göke vom Klinikum Großhadern der Universität München. Ist die Leber bereits verfettet, zeigen erste Studien eine Verbesserung durch Medikamente, die auch in der Behandlung des Diabetes Typ 2 eingesetzt werden. Die bisherigen Ergebnisse seien viel versprechend, so Professor Göke. Doch die Teilnehmerzahlen der Studien waren zu gering für eine endgültige Empfehlung. Angesichts der großen Bedeutung der Erkrankung müssten dringend weitere Studien folgen.

Ein anderer Behandlungsansatz ist hingegen gescheitert. Da das Fortschreiten der Fettleber zum NASH mit Sauerstoffradikalen in Verbindung gebracht wird, die bei vielen Stoffwechselreaktionen entstehen, sollten Radikalenfänger wie Vitamin E helfen. Die Studien haben nach Meinung von Professor Göke jedoch gezeigt, dass bei einer langfristigen Einnahme die negativen Effekte überwiegen.

DDG

Quellen: