Diabetes aktuell 2007; 5(5): 197
DOI: 10.1055/s-2007-993257
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Vorteile für Kleinkinder mit Diabetes - Insulinpumpen vermeiden gefährliche Unterzuckerungen

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Publication Date:
31 October 2007 (online)

 

In seltenen Fällen erkranken Kinder bereits im Vorschulalter an Typ-1-Diabetes und nicht erst im Jugendalter. Der Insulinbedarf ist bei diesen kleinen Menschen noch gering, die Wirkung des Hormons aber oft besser als bei älteren Diabetikern. Das birgt die Gefahr von Überdosierungen und als direkte Folge eine Hypoglykämie. Eine aktuelle Auswertung von Dr. med. Bettina Heidtmann, Hamburg, und Kollegen zeigt, dass schwere Hypoglykämien bei den jüngsten Diabetikern deutlich häufiger vorkommen, wenn diese keine Insulinpumpe haben. Diese treten meist nachts auf und können, wenn sie unbemerkt bleiben, Hirnschäden oder Entwicklungsstörungen der Kinder zur Folge haben.

Insulinpumpen sind bei Kleinkindern vorteilhaft, weil sie das Hormon über einen Katheter langsam und stetig an den Körper abgeben. Überdosierungen lassen sich dadurch oft vermeiden. Die verbesserte Sicherheit zeigt sich in einer Analyse der Datenbank Diabetes-Patienten-Verlaufsdaten (DPV), die Dr. Heidtmann durchgeführt hat. Die DPV erfasst die Daten von Diabetikern aus ganz Deutschland. Die Daten der Vorschuldiabetiker, die in Deutschland in aller Regel an Diabeteszentren behandelt werden, sind in dieser Datenbank fast vollständig erhalten. Sie erfasst etwa 92 % aller bis 14jährigen Diabetes-Patienten.

Die DPV dokumentiert unter anderem Hypoglykämien. In dem Jahr vor dem Wechsel auf eine Insulinpumpe wurden bei 7,2 % der Kinder schwerste Hypoglykämien registriert, in dem Jahr nach dem Wechsel sank die Rate auf 2,4 %. Die verbesserte Sicherheit veränderte bei den Patienten nicht die Blutzuckerwerte, die weiterhin gut blieben.

Nach Ansicht der Experten ist deshalb schon ein Erkrankungsbeginn im Kleinkindalter Grund genug, sich für die Pumpe zu entscheiden. Nach den Daten der DPV haben heute bereits 24 % der kleinen Patienten eine Insulinpumpe.

gb

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