Frauenheilkunde up2date 2007; 1(6): 523-535
DOI: 10.1055/s-2007-990481
Geburtshilfe und Perinatalmedizin

© Georg Thieme Verlag Stuttgart ˙ New York

Präeklampsie – ein Blick in die Zukunft lohnt sich

Diagnostik, Behandlung und Langzeitprognose von Frauen im Zustand nach einer PräeklampsieS. Sabus1 , T. Fischer1
  • 1Frauenklinik Landshut-Achdorf mit Perinatalzentrum Niederbayern und Mammazentrum Landshut
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Publication Date:
11 December 2007 (online)

Kernaussagen

Arterielle Hypertonie und Proteinurie als Symptome der Präeklampsie sind vollständig reversibel und sollten 3 Monate postpartal nicht mehr nachweisbar sein. Ergibt sich aus Gelegenheitsblutdruckmessungen der Verdacht auf eine chronische arterielle Hypertonie, so sollte diese insbesondere zum Ausschluss einer Weißkittelhypertonie (white-coat-hypertension) mittels ambulanter 24-Stunden-Blutdruckmessung oder Selbstmessungen bestätigt werden. Bei Bestätigung einer chronischen arteriellen Hypertonie erfolgt die Zuordnung des Bluthochdrucks in den zutreffenden Schweregrad, Untersuchungen auf mögliche sekundäre Hypertonieformen und die Einschätzung des individuellen kardiovaskulären Risikos anhand von Hauptrisikofaktoren und kardiovaskulären Endorganschäden. Erst dann folgt die Entscheidung über die Art, Dringlichkeit und Intensität der Therapie.

Bei jungen Patientinnen muss bei der Auswahl der medikamentösen Behandlung insbesondere der Wunsch nach Stillen und weiteren Schwangerschaften berücksichtigt werden, um eine effiziente, aber nebenwirkungsarme Therapie zu erreichen. Diese erfordert vom behandelnden Arzt die Fähigkeit zur guten Kommunikation mit der Patientin, um eventuell unter der Therapie auftretende Nebenwirkungen einzuschätzen und erläutern zu können, denn diese sind limitierend für die Compliance der Patientin und damit auch für den Therapieerfolg, der Abwendung von Schlaganfall, Herzinfarkt und Niereninsuffizienz.

Auch die für die Präeklampsie typische Proteinurie darf nach 3 Monaten nicht mehr nachweisbar sein. Obwohl es Berichte von langfristig persistierender Mikroalbuminurie nach Präeklampsie bei stabiler Nierenfunktion und Blutdrucksituation gibt, sollte jede über 3 Monate post partum andauernde Proteinurie fachärztlich abgeklärt werden, um eine renale Grunderkrankung auszuschließen.

Literatur

PD Dr. T. Fischer

Frauenklinik Landshut-Achdorf mit Perinatalzentrum Niederbayern und Mammazentrum Landshut

Achdorfer Weg 3

84036 Landshut

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