Ultraschall in Med 2007; 28 - P_1_19
DOI: 10.1055/s-2007-988896

Prospektive, randomisierte Studie zur Optimierung der Lokalanästhesie (LA) bei perkutaner Ethanolinjektion von HCCs

S Raczynski 1, I Schiefke 1, S Kopp 2, U Halm 3, J Mössner 2, M Tröltzsch 2
  • 1Universität Leipzig, Medizinische Klinik II, Leipzig, Germany
  • 2Universität Leipzig, Leipzig, Germany
  • 3Park-Krankenhaus Leipzig, Leipzig, Germany

Die perkutane Ethanolinjektion (PEI) ist ein kosteneffektives und risikoarmes Verfahren bei Patienten mit inoperablem HCC. Problematisch sind starke Schmerzen, die das Verfahren limitieren.

Ziel: Es soll untersucht werden, ob eine intensivierte Lokalanästhesie (ILA) des Punktionskanals die Schmerzsymptomatik vermindert.

Methodik: Bei Patienten mit histologisch gesichertem, inoperablem HCC wurde zur Prämedikation Piritranid appliziert und eine Haut-LA mit Xylocain 1% vorgenommen Sie erhielten eine PEI nach dem Standard-LA-Verfahren (SLA) sowie nach 1–3 Tagen entsprechend der ILA im cross-over-Design. Bei ILA wird die Ethanolinjektionsnadel unter Gabe von 15ml Xylocain (1%) bis in den HCC-Herd vorgeschoben und danach direkt Ethanol injiziert. Im SLA-Verfahren erhielten die Patienten die gleiche Menge Xylocain über die Anästhesienadel mit anschließendem Vorführen der Spezialnadel für Ethanolinjektion durch das vorher anästhesierte Gewebe. Die Ethanolzielmenge errechnete sich nach dem Tumorvolumen. Die Schmerzen wurden mittels visueller Analogskala (VAS) und ordinaler Schmerzskala unmittelbar nach Punktion sowie 5/15/30/60/120min nach Injektion erfasst.

Ergebnisse: Die ILA verminderte signifikant die Schmerzen (Median-VASmax: 1,1cm) im Vergleich zur SLA (Median-VASmax: 6,51cm), dabei beträgt die NNT 1,71. Die applizierbare Menge Ethanol war unter ILA mit 80,9% des Zielvolumens signifikant höher als unter SLA (41,2%). Die Studie konnte bei eindeutiger Überlegenheit der ILA bei geplanter Zwischenauswertung bereits nach 16 Patienten vorzeitig beendet werden.

Schlussfolgerung: Die intensivierte Lokalanaesthesie vermindert die Schmerzen und ermöglicht damit die Injektion größerer Ethanolmengen zur effektiveren Therapie des HCC.