Ultraschall in Med 2007; 28 - P_1_11
DOI: 10.1055/s-2007-988888

Zufallsbefund im rechten Unterbauch

S Guth 1, CU Herborn 1, CM Bamberger 1
  • 1Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Medizinisches PräventionsCentrum Hamburg, Hamburg, Germany

Einleitung: Ein 63-jähriger Patient stellte sich im Oktober 2006 zur Vorsorgeuntersuchung vor. Bis auf eine nach dem Tod der Mutter aufgetretene Angstneurose im Juni des Jahres wurden keine Beschwerden angegeben. Im Frühjahr war wegen eines intermittierenden Schmerzes im rechten Unterbauch eine abdominelle Ultraschalluntersuchung durchgeführt worden und im Gefolge im Rahmen einer Coloskopie etliche Colonpolypen abgetragen worden. In den letzten Jahren wurden dem Patienten zahlreiche cutane Lipome (>50) entfernt.

Methodik: Bei der körperlichen Untersuchung fiel eine in der Tiefe palpable weiche Resistenz mit glatter Begrenzung im rechten Unterbauch auf, die sich sonographisch als 5×7cm messende inhomogen echoarme glatt begrenzte, nicht vaskularisierte Raumforderung darstellte. Eine Zuordnung zum Darm ließ sich nicht eindeutig stellen. In der daraufhin durchgeführten MRT ergab sich eine teils liquide wirkende Raumforderung in Nachbarschaft des Ileocöcalpols, ebenfalls ohne relevante Vaskularisation. Zusammenfassend stellt sich der Verdacht auf einen GIST oder eine Mukozele der Appendix. Auch an ein organisiertes Hämatom nach Polypenabtragung wurde gedacht.

Ergebnisse: Es erfolgte zunächst die diagnostische Laparoskopie mit dem Befund einer von der Appendix ausgehenden Mukozele und anschließend die operative Exploration mit zunächst Appendektomie. Bei dem überraschenden Ergebnis eines Appendixcarcinoms vom mucinösen Typ wurde im Anschluss eine Hemicolektomie rechts durchgeführt, erfreulicherweise ohne Nachweis eines Lymphknotenbefalls.

Schlussfolgerung: Bei einer Oberbauchsonographie sollte auch immer der Unterbauch mit exploriert werden und die Schallkopfführung den Beschwerden des Patienten folgen.