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DOI: 10.1055/s-2007-988327
Alterationen des Y Chromosoms in der Metaplasie-Dysplasie-Karzinom Sequenz im Barrett-Ösophagus
Hintergrund: In einer vorangegangenen Untersuchung konnten wir zeigen, dass bei etwa 60% der Barrett-Ösophagus-assoziierten Adenokarzinome ein Verlust des Y Chromosoms nachweisbar ist. In der aktuellen Untersuchung wurden Alterationen des Y Chromosoms in der Barrett-Metaplasie (BM) und in Dysplasien nachgewiesen.
Methode: Mithilfe einer Biotin-markierten Zentromersonde und chromogener in situ Hybridisierung (CISH) wurden in tissue microarrays arrangierte Proben von Kardiamukosa (KM), Barrett-Metaplasie (BM), fraglicher Dysplasie (IND) niedriggradriger Dysplasie (NGD), hochgradiger Dysplasie (HGD) und intramukosalem Adenokarzinom (CA) auf Alterationen im Y Chromosom hin untersucht.
Ergebnisse: Unter den informativen Gewebsproben fand sich ein kompletter oder partieller Verlust des Y Chromosoms in 0 von 4 KM, 7 von 125 BM (6%), 3 von 7 IND (43%), 10 von 13 LGD (77%), 4 von 9 HGD (44%) und in 3 von 4 CA (75%). In einzelnen Fällen trat ein Verlust des Y Chromosoms im Verlauf von Überwachungsbiopsien auf. Die Sensitivität zur Dektion neoplastischer bzw. präneoplastischer Läsionen lag bei 65%, die Spezifität bei 95%. Der positive prädiktive Wert betrug 71%, der negative prädiktive Wert 93%. Die Beurteilung eines Teils der Proben durch zwei unabhängige Untersucher ergab eine ausgezeichnete Reproduzierbarkeit der Y Chromosomanalyse (Kappawert: 0,95 95%-Konfidenzinterval: 0,88–1,00).
Schlussfolgerungen: Der CISH-basierte Nachweis eines Verlust des Y-Chromosoms könnte eine wichtige diagnostische Methode bei der Abgrenzung zwischen reaktiven und frühen malignen beziehungsweise prämalignen Läsionen im Barrett-Ösophagus werden.