Diabetes aktuell 2007; 5(4): 160-166
DOI: 10.1055/s-2007-986536
Schwerpunkt

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Klinik, Diagnostik und Differenzialdiagnose der Polyneuropathien - Erst die Kenntnis der Ursache erlaubt die korrekte Behandlung

Karlheinz Reiners1
  • 1Neurologische Klinik und Poliklinik des Universitätsklinikums Würzburg(Direktor: Prof. Dr. Klaus V. Toyka)
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Publication Date:
27 August 2007 (online)

Um Polyneuropathien erfolgreich behandeln zu können, ist es unerlässlich, ihre Ursache zu kennen. Zunächst muss daher der Verteilungstyp der Symptome und Befunde klinisch erfasst werden. Hierdurch lassen sich fokale Formen mit ihrem begrenzten ätiologischen Spektrum identifizieren. Bei symmetrischen längenabhängigen sensomotorischen Polyneuropathien soll dann in einem zweiten Schritt die neurophysiologische Elektrodiagnostik Aufschluss über den Schädigungstyp (axonal versus demyelinisierend) und damit das Ursachenspektrum geben. Bescheidener ist der Beitrag der Labordiagnostik. Durchaus wichtig ist es jedoch, einen Diabetes mellitus, eine (Neuro-)Borreliose oder eine Paraproteinämie zu erfassen. Die Liquorpunktion dient dem Nachweis einer Pleozytose als Anhaltspunkt für eine Neuroborreliose oder einer Eiweißerhöhung, was einen Verdacht auf eine entzündliche (Radikulo-)Neuritis erhärten kann. Bei unklaren, aber relevanten Neuropathien ist eine Nervenbiopsie indiziert, um entzündliche bzw. vaskulitische Nervenveränderungen entweder nachzuweisen oder auszuschließen, da diese gut zu behandeln sind.

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Prof. Dr. Karlheinz Reiners

Neurologische Klinik und Poliklinik Universitätsklinikum Würzburg

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97080 Würzburg

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