Dialyse aktuell 2007; 11(1): 15
DOI: 10.1055/s-2007-985914
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Besteht ein Zusammenhang? - Chronische Nierenerkrankung und periphere Gefäßkrankheit

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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
08. August 2007 (online)

 

Quelle: Wattanakit K, Folsom AR, Selvin E et al. Kidney function and risk of peripheral arterial disease: results from the atherosclerosis risk in communities (ARIC) study. J Am Soc Nephrol 2007; Epub ahead of print

Thema: Dass chronisch Nierenkranke ein erhöhtes Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung haben, ist bekannt. Ob auch ein Zusammenhang zwischen einer Nierenerkrankung und einer peripheren Gefäßkrankheit (peripheral arterial disease, PAD) besteht, untersuchte Dr. Keattiyoat Wattanakit, Minnesota (USA), mit seinen Kollegen anhand einer Auswertung der ARIC[1]-Studie.

Projekt: Basis der Untersuchung waren die Daten von mehr als 14 000 Probanden, die anhand der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) in eine Gruppe mit normaler Nierenfunktion (eGFR ≥ 90 ml/min/1,73m2), mit geringgradiger Nierenschädigung (eGFR 60-89 ml/min/1,73m2) und in eine Gruppe mit einer Nierenschädigung vom Stadium drei bis vier aufgeteilt wurden.

Ergebnis: In einem durchschnittlichen Beobachtungszeitraum von 13,1 Jahren (186 616 Personenjahre) entwickelten 1 016 Studienteilnehmer eine periphere Gefäßkrankheit. Die Inzidenzrate bezogen auf 1 000 Personenjahre lag bei den Nierengesunden bei 4,7, bei den Probanden mit milder Nierenschädigung bei 4,9 und bei den chronisch Nierenkranken bei einem Wert von 8,6 - und damit fast doppelt so hoch.

Verglichen mit den gesunden Personen lag das unter anderem nach Alter, Geschlecht und ethnischer Zugehörigkeit adjustierte relative Risiko einer peripheren Gefäßerkrankung in der Gruppe mit eingeschränkter Nierenfunktion bei 1,04 (95%-Konfidenzintervall 0,91-1,18), für chronisch Nierenkranke bei 1,82 (95%-Konfidenzintervall 1,34-2,47). Auch nach einer zusätzlichen Adjustierung für kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Hypertonie, Rauchen und Diabetes wurde bei Vorliegen einer Nierenerkrankung ein um etwa 50% erhöhtes Risiko für ein PAD-Ereignis beobachtet (RR 1,56, 95%-Konfidenzintervall 1,13-2,14).

Fazit: Chronisch Nierenkranke haben ein erhöhtes Risiko, eine periphere Gefäßkrankheit zu entwickeln. Den Autoren zufolge scheint ein Screening nach einer peripheren Gefäßerkrankung, die bis zur Amputation führen kann, gerade für jene Patienten sinnvoll, die keine typischen Symptome zeigen. Eine einfache Screeningmethode, die häufig bereits bei Diabetes eingesetzt wird, ist der sogenannte Ankle-Brachial-Index, bei dem der Blutdruck in Arm und Bein verglichen wird.

Key words: chronische Nierenerkrankung - periphere Gefäßkrankheit

01 Atherosclerosis Risk in Communities

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