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DOI: 10.1055/s-2007-983624
Schwangerschaft und Sport – Vor- u. Nachteile sportlicher Betätigung in der Schwangerschaft. Eine Umfrage unter Gynäkologen und Sportärzten
1. Fragestellung:
Das Thema „Schwangerschaft und Sport“ wird nach wie vor kontrovers diskutiert und es werden immer neue Empfehlungen erlassen, wobei diese oft mehr durch Politik, Kultur und Erfahrung als durch Wissenschaft beeinflusst sind (1). Im Wesentlichen existieren drei Thesen zu dieser Thematik: 1. Sport sollte im Schwangerschaftsverlauf wegen einer möglichen Gefährdung für das ungeborene Kind vermieden werden 2. Sport kann in der Schwangerschaft ohne Gefahr für Mutter und Kind ausgeübt werden 3. Körperliche Betätigung beeinflusst den Schwangerschaftsverlauf positiv.
Methodik, Ergebnisse und 4. Schlussfolgerung:Ziel der vorgestellten Arbeit war es erstens einen Literaturüberblick zum Thema zu geben. Dazu wurde internetbasiert eine Literaturrecherche mit Pubmed durchgeführt. Hier zeigt sich, dass die Veränderungen im weiblichen Organismus, die während einer Schwangerschaft beobachtet werden, in hohem Maße den Veränderungen, die sich unter regelmäßigem Ausdauersport abspielen, ähneln. Vor allem bei Atem- und Herz-Kreislauf-Parametern gibt es zahlreiche Übereinstimmungen. Unter Belastung spielen sich in der Schwangerschaft die gleichen Vorgänge ab wie außerhalb der Schwangerschaft, lediglich die Ausprägung der einzelnen Größen kann variieren. Die Studien bezüglich des kindlichen Organismus sind sehr unterschiedlich und teilweise widersprüchlich, allerdings wird in keinem Fall bei normalem Schwangerschaftsverlauf von einer Beeinträchtigung des Kindes durch körperliche Anstrengung der Mutter berichtet.
Zum anderen wurde in Zusammenarbeit und mit Unterstützung des DSV eine Umfrage unter niedergelassenen Gynäkologen und Sportärzten in Bayern, Österreich und Südtirol durchgeführt.
Es wurde gefragt, wie oft die Kollegen mit der Thematik konfrontiert werden und ob sie sich dazu ausreichend informiert fühlen. Ebenso wurde nach den Empfehlungen bzgl. Sportart und den etwaigen Einschränkungen, die sie ihren Patientinnen geben, gefragt, sowie nach den positiven und negativen Erfahrungen, die damit gemacht wurden.
Es wurden 3600 Fragebögen an niedergelassene Ärzte in Bayern, 2006 an Ärzte in Österreich, sowie 45 an Ärzte in Südtirol. Die Ergebnisse der statistischen Auswertung der beantworteten Fragebögen werden in diesem Beitrag vorgestellt.