Geburtshilfe Frauenheilkd 2007; 67 - P_90
DOI: 10.1055/s-2007-983587

Plazentare Malaria Tropica als Ursache einer Anämie in der Schwangerschaft

M Sovric 1, R Kästner 1, T Weissenbacher 1, A Gingelmaier 1, F Kainer 1, K Friese 1
  • 1Klinikum der Universität München, Perinatalzentrum Innenstadt – I. Universitätsfrauenklinik der LMU München, München

1. Fragestellung:

Kann eine Malaria-Infektion in der Schwangerschaft für die Mutter klinisch inapparent verlaufen?

2. Methodik:

Fallvorstellung

3. Ergebnisse:

Eine 38-jährige aus Kenia stammende III G/II P stellte sich erstmalig in der 24+3 SSW zur Schwangerenvorsorge vor. Bisher unauffälliger Schwangerschaftsverlauf, Patientin äußert keinerlei Beschwerden, ultrasonographisch zeitgerechte fetale Entwicklung. Im Routine-BB zeigt sich ein Hb von 7,3g/dl (MCV, MCH und MCHC im Normbereich). Eine Eisenmangelanämie konnte ausgeschlossen werden (Laborparameter Fe, Ferritin, Transferrin o.p.B.), anamnestisch kein Hinweis auf eine akute oder chronische Blutung, klinisch und laborchemisch keinerlei Infektzeichen. Im Rahmen der differentialdiagnostischen Abklärung bei V.a. hämolytische Anämie Durchführung eines Dicken Tropfens mit Nachweis von 0,3 0/00 Plasmodium falciparum, damit konnte die Diagnose einer Maternalen Malaria tropica gestellt werden. Es erfolgte die Standardtherapie mit Mefloquin, im weiteren Verlauf engmaschige Laborkontrollen sowie ultrasonographische Kontrollen der fetalen Entwicklung zum Ausschluss einer Plazentainsuffizienz als mögliche Folge einer plazentaren Malaria-Infektion. Am 4.10.2006 Spontangeburt eines reifen, gesunden Mädchens in der 40+3 SSW.

4. Schlussfolgerung:

Die mütterliche Anämie gilt als Hauptkennzeichen einer Malaria Infektion in der Schwangerschaft bei semi-immunen Multipara aus Endemiegebieten. Es sollte auch bei klinischer Beschwerdefreiheit an diese in unseren Breitengraden seltene Differentialdiagnose gedacht werden.