Geburtshilfe Frauenheilkd 2007; 67 - P_05
DOI: 10.1055/s-2007-983501

Untersuchung des Tumormarkers Ca 27.29 zur Risikoeinschätzung und Verlaufskontrolle beim primären Mammakarzinom

E-M Genss 1, B Rack 1, E Oberlechner 2, R Schlag 3, R Kreienberg 4, H Sommer 1, MW Beckmann 5, K Friese 1
  • 1Klinik und Poliklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Klinikum d. Ludwig-Maximilians-Universität München, München
  • 2Frauenklinik d. Klinikums Landshut
  • 3Praxis f. Hämatologie u. internistische Onkologie, Würzburg
  • 4Frauenklinik d. Universität Ulm, Ulm
  • 5Frauenklinik d. Universität Erlangen, Erlangen

1. Fragestellung:

In verschiedenen Studien konnte eine Metastasierung bei Pat. mit Mammakarzinom mithilfe von TU-Markern frühzeitig nachgewiesen werden. Ob dies zu einer Verbesserung der Prognose führt, wird kontrovers diskutiert. In der SUCCESS-Studie wird der Tumormarker Ca 27.29 bei Pat. mit primärem Mammakarzinom vor und während der adjuvanten Chemotherapie untersucht (n=3658 Pat. geplant).

2. Methodik:

In der SUCCESS-Studie wird ein FEC-Docetaxel (Doc)- mit einem FEC-Doc-Gemcitabine-Regime, gefolgt von zwei vs. fünf Jahren Zoledronat bei Pat. mit primärem Mamma-Ca (N + od. high-risk N -) verglichen. Ca 27.29 wird mit dem spezif. ST AIA-PACK Ca27.29 Reagenz mittels MUC-1 für AIA-600II (Tosoh Bioscience, Tessenderlo, Belgien) gemessen. Die obere Normgrenze für Ca 27.29 beträgt 24 U/ml.

3. Ergebnisse:

Bisher wurden 1098 Pat. vor und nach der Chemotherapie prospektiv untersucht. Einen Marker von >24U/ml wiesen 21% der Pat. (n=226; Mittelwert 17U/ml, Bereich 4–410) vor und 48% der Pat. (n=524, Mittelwert 23 U/ml, Bereich 4–198) nach der Chemotherapie auf. Es zeigte sich eine signifikante Korrelation der vor und nach der Therapie gemessenen Ca 27.29-Werte (p<0,001). Vor der Therapie erhöhte Marker blieben in 14% positiv, in 84% war ein Abfall auf normale Werte zu verzeichnen. 62% der vor der Therapie negativen Blutproben blieben dies auch danach. 38% wiesen jedoch nach Therapie einen erhöhten Ca27.29-Spiegel auf. Zum Zeitpunkt der Primärdiagnose waren erhöhte Ca27.29-Werte in beiden Therapiearmen ausgewogen zu jeweils 10% vorhanden, nach der Therapie zeigte sich jedoch eine signifikant höhere Rate an Ca27.29 positiven Patientinnen im FEC-Doc-G-Arm im Vergleich zum FEC-Doc-Arm (27% vs. 21%, p<0,001). Es ließ sich keine Korrelation zwischen erhöhten Ca27.29-Werten und Prognosefaktoren, wie TU-größe (p=0,23), Grading (p=0,98) oder HR-Status (p=0,46) nachweisen. Jedoch zeigte sich eine signifikante Korrelation zwischen einem erhöhten CA27.29-Level und dem Vorhandensein pos. LK und eines pos. HER2-neu-Status (p=0,04).

4. Schlussfolgerung:

Ob sich mit dem Tumormarker Ca27.29 die Risikoeinschätzung optimieren, die Therapie zielgerichteter gestalten und der Therapieerfolg bei der einzelnen Patientin besser beurteilen lässt, werden weitere Untersuchungen zeigen.