Geburtshilfe Frauenheilkd 2007; 67 - V5_2
DOI: 10.1055/s-2007-983467

Qualitätssicherung in der Pränataldiagnostik – pränatale Diagnose bei Feten mit Omphalozele

T Frimmel-Müller 1, I Juhasz-Böss 1, U Gembruch 3, R Axt-Fliedner 2, A Geipel 3, U Germer 1
  • 1Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Universität Regensburg am Caritas Krankenhaus St. Josef, Regensburg
  • 2Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Schleswig-Holstein
  • 3Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Universität Bonn, Bonn

1. Fragestellung:

Ziel der vorliegenden Studie ist, die Qualität der pränatalen Diagnostik am Beispiel der fetalen Omphalozele zu untersuchen.

2. Methodik:

Eingeschlossen wurden alle Schwangeren, die zwischen 1992 und 2003 an einem tertiären Zentrum für Pränatalmedizin in Schleswig-Holstein mit einem Feten mit Omphalozele betreut wurden. Das Gestationsalter (GA) bei Zuweisung wurde mit dem Zeitpunkt der Diagnosestellung gleichgesetzt. Die Anzahl der betroffenen Feten, der Karyotyp, assoziierte Fehlbildungen sowie das mittlere GA bei Diagnosestellung und die Indikation zur Zuweisung wurde untersucht. Gruppe I umfasst alle Feten mit auffälligem Karyotyp, Gruppe II Feten mit unauffälligem Karyotyp und isolierter Omphalozele, Gruppe III Feten mit unauffälligem Karyotyp und assoziierten Fehlbildungen.

3. Ergebnisse:

Von 1993–2003 wurde bei 53 Feten eine Omphalozele in einem mittleren GA von 15,7 + 5,4 SSW (range 10.-31. SSW) diagnostiziert. Bei 19 Feten (34,0%) fand sich ein auffälliger Karyotyp. Von den 34 Feten mit unauffälligem Karyotyp hatten 15 (44,2%) eine isolierte Omphalozele, 19 (55,8%) wiesen weitere strukturelle Fehlbildungen auf. Das GA bei Diagnosestellung war in Gruppe I mit 13,9±5,9 SSW (range 10.-32. SSW) signifikant geringer als in Gruppe II und III (16,5±4,8 SSW resp. 16,9±4,9 SSW). Eine auffällige fetale Anatomie war in Gruppe II in 60,0% die Zuweisungsdiagnose.

4. Schlussfolgerung:

Bei Feten mit Omphalozele wird oft bereits im Rahmen des Routineultraschalls eine fetale Anomalie vermutet. Die Diagnosestellung erfolgt meist bereits zu Beginn des 2. Trimenons.