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DOI: 10.1055/s-2007-983455
Deutlicher Einfluss der mittlutealen Progesteron-Konzentration auf die frühe Abortrate nach low dose FSH-stimulierten Zyklen
1. Fragestellung:
Progesteron (P) transformiert das Endometrium und ist wesentlich für die endometriale Rezeptivität verantwortlich. Zusätzlich reflektiert die mittluteale Serum-P-Konzentration die Gelbkörperfunktion und damit indirekt die Reife des ovulierten Follikels. Es wurde der Effekt der mittlutealen P-Konzentration nach low dose FSH Stimulation auf das Eintreten und den Verlauf einer nachfolgenden Schwangerschaft (SS) untersucht.
2. Methodik:
Es wurden insgesamt 92 Zyklen von Paaren mit endokrinologischer und/oder andrologischer Sterilität analysiert. Für die low dose FSH Stimulation wurden ab Zyklustag drei 50 IU rekombinantes FSH (Puregon, Organon, Deutschland) s.c. injiziert. Unter vaginalsonographischem und laborchemischem (LH, Estradiol, P) Monitoring erfolgte bei einem oder maximal zwei reifen Follikeln die Ovulationsauslösung mit 1 Amp rekombinantem HCG (Ovitrelle, Serono, Deutschland). Periovulatorisch wurden die Paare zum Spontanverkehr (SV) angehalten oder es erfolgte eine intrauterine Insemination (IUI). Am 7. postovulatorischen Tag erfolgte eine Bestimmung der Serum–P-Konzentration.
3. Ergebnisse:
In den 92 analysierten Zyklen traten insgesamt 15 Schwangerschaften ein. Dabei fand sich kein Unterschied der durchschnittlichen P-Konzentrationen für die Zyklen mit (19,50ng/ml) oder ohne (20,92ng/ml) nachfolgende Schwangerschaft (p=0,676). Innerhalb der 15 Schwangerschaften endeten 6 in frühen Spontanaborten. Fünf dieser Fehlgeburten ergaben sich aus Zyklen mit P<20ng/ml., nur eine Fehlgeburt mit P>20ng/ml. Damit lag die Abortrate für Schwangerschaften mit P<20ng/ml bei über 50% – gegenüber 17% bei P>20ng/ml.
4. Schlussfolgerung:
Unsere Daten zeigen für low dose stimulierte Zyklen keinen signifikanten Einfluss der mittlutealen P-Konzentration auf das Eintreten einer Schwangerschaft. Allerdings sind P-Konzentrationen <20ng/ml mit deutlich erhöhten Raten früher Spontanaborte assoziiert. Verminderte P-Konzentrationen könnten Symptom einer defekten Gelbkörperfunktion und/oder Ursache einer inadäquaten endometrialen Rezeptivität sein.