Zentralbl Chir 2007; 132(4): 365-371
DOI: 10.1055/s-2007-981203
Originalarbeiten und Übersichten

© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Schussverletzungen - ihre Inzidenz und Versorgung

Gunshot Injuries - Incidence and TreatmentM. Figl1 , P. Weninger1 , H. Hertz1
  • 1AUVA Unfallkrankenhaus Lorenz Böhler, Wien, Österreich
Weitere Informationen

Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
27.August 2007 (online)

Zusammenfassung

Hintergrund: Schussverletzungen stellen im mitteleuropäischen Raum trotz steigender krimineller Delikte mit Schussabgabe eine relative Seltenheit dar. Die vorliegende Analyse unseres Krankengutes wurde durchgeführt, um die Inzidenz von Schussverletzungen festzustellen, welche Körperregionen und Organsysteme bei Schussverletzten am häufigsten betroffen sind und welche Anforderungen bei der Versorgung an den Unfallchirurgen gestellt werden. Patienten und Methoden: Die Krankengeschichten von 67 Patienten wurden analysiert nach Ursache der Schussverletzung, Art der verwendeten Waffe, Lokalisation der Verletzung, chirurgischer Versorgung, Behandlungsdauer und Behandlungsergebnis. Ergebnisse: Die häufigste Ursache für Schussverletzungen waren kriminelle Delikte (52 %). Am häufigsten stammten die Verletzungen von Faustfeuerwaffen (n = 32). Die Lokalisationen der Verletzungen waren gleichmäßig über Kopf, Stamm, obere und untere Extremität verteilt. 6 Patienten verstarben. Schlussfolgerung: Schussverletzungen stellen aufgrund ihrer komplexen Verletzungsmuster eine Herausforderung für den Unfallchirurgen dar, da sie nicht auf das Gebiet der Extremitätenchirurgie beschränkt sind, sondern häufig die Körperhöhlen betreffen.

Abstract

Background: Gunshot injuries are very rare in the European Union. To show the requirements for the trauma surgeon to deal with gunshot injuries this analysis was performed. Methods: Gunshot injuries seen at Lorenz Boehler Trauma Center from 1997 to 2004 were reviewed. The case histories of 67 patients were analysed for the cause of the gunshot injury, type of weapon, surgical intervention, days of treatment and outcome. Results: The most commonly cause of gunshot injuries were criminal offenses (n = 35). Handguns were used most often (n = 32). The locations of injuries were evenly distributed over head (n = 18 ), trunk (n = 16), upper (n = 15) and lower limb (n = 18). Surgical treatment was performed in 57 patients. The median stay on ICU was 10 days. 6 patients died. Conclusion: Gunshot injuries are frequently not confined to the extremities. The challenge for the trauma surgeon is to deal with injuries of the head, chest and abdomen.

Literatur

Dr. M. Figl

AUVA Unfallkrankenhaus Lorenz Böhler

Donaueschingenstraße 13

1200 Wien

Österreich

Telefon: +43/1/33 11 07 56

Fax: +43/1/33 11 02 77

eMail: m.figl@gmx.at