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DOI: 10.1055/s-2007-976810
Dynamische Kontrastmittel verstärkte Magnetresonanztomographie (DCE-MRT) der Glandula parotidea
Ziele: Ermittlung von pharmakologischen Größen, gewonnen aus der DCE-MRT, und Beurteilung deren Eignung zur Differenzierung von Parotis-Erkrankungen. Methode: 53 Patienten mit mindestens einer vergrößerten Glandula parotidea mit unbekannter Ursache wurden mit einem 1,5T MR System untersucht. Eine dynamische Gradienten-Echo Sequenz (TR/TE=15/4.4ms, α=50°, Matrix 256×192) mit 2,9 sek/Bild wurde mit 6mm Schichtdicke und einem FOV von 200×188mm2 transversal geplant. Es wurde eine Dosis von 0.1mmol/kg Gd-DTPA mit 2,5ccm/sek in eine antecubitale Vene gefolgt von Kochsalzlösung injiziert. Nach erfolgter Histologie wurden die Messdaten mit einer experimentellen Software (Eigenprodukt) analysiert. Bei einer Tumorerkrankung wurde die Region des Interesses (ROI) in den Tumor anderenfalls über die gesamte Parotis gelegt. Zur Bestimmung der Bolusankunftszeit und der Disposition wurde eine weitere ROI in die A. carotis int. platziert. Bei Patienten mit einer einseitigen Pathologie wurde auch die nicht erkrankte Parotis untersucht. Die folgenden Parameter wurden analysiert und statistisch (2-seitiger Mann-Whitney-Test, α<0.05) nach den vorkommenden Pathologien evaluiert: Ankunftszeit (Tlag), initiale Steigung der Signalverstärkung, Zeit bis Signalmaximum (Tmax), Fläche der Momentenkurve (AUMC), Fläche der Kurve AUC, mittlere Verweilzeit (MVZ) und AUC bis Tmax (AUCtmax). Ergebnis: Das untersuchte Parotiskollektiv enthielt Nicht-Tumorentitäten: 12M.Sjogren, 10 akute Parotitis, 2 Mumpsparotitis, 6 Siladenose und histologisch belegte Tumorpathologien: 9 Warthintumor, 9 pleomorphe Adenome, 2 Speichelgangskarzinoma, 2 Mukodemoidkarzinoma. 25 nicht erkrankte Parotiden wurden analysiert. Gesundes Parenchym ließen sich von allen Krankheitsbildern außer vom Mukodemoidkarzinom, das sich nicht differenzieren ließ, mit mindestens einem der Parametern unterscheiden. Unter den generalisierten Erkrankungen ließ sich die Siladenose von M.Sjögren mittels MVZ (p<0,015) differenzieren. Unter den Tumorerkrankungen waren mehrere Differenzierungen möglich: Warthintumor gegen pleomorphes Adenom mittels Anstieg (p<0,017), Tlag (p<0,027) und Tmax (p<0,047), Warthintumor gegen Speichelgangskarzinom mittels Tmax (p<0,033) und pleomorphes Adenom gegen Speichelgangskarzinom mittels Anstieg (p<0,047). Weitere Differenzierungen zwischen tumorösen und nicht-tumorösen Erkrankungen waren möglich. Schlussfolgerung: Durch eine standardisierte pharmakologische Analyse mittels der DCE-MRT lassen sich Parotispathologien klinisch differenzieren.
Korrespondierender Autor: Kaul MG
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Martinistrasse 52, 20248 Hamburg
E-Mail: mkaul@uke.uni-hamburg.de
Kontrastmittel - dynamisch - pharmakologisch