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DOI: 10.1055/s-2007-976448
Explizite und implizite Emotionsverarbeitung bei Patienten mit Major Depression: Eine funktionelle MRT Studie
Fragestellung: Funktionelle MRT Studien haben zur These eines gestörten Regelkreises zwischen präfrontalen, pallidostriatalen, thalamischen Regionen und der Amygdala geführt. Um die neurophysiologischen Korrelate der Affektregulation und der Verarbeitung emotionaler Stimuli zu untersuchen eignet sich die Methode der funktionellen MRT. Das Ziel der Studie bestand in der Untersuchung der an emotionalen Prozessen beteiligten Strukturen bei depressiven Patienten im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen.
Methode: Es wurden 12 depressive Patienten und 12 alters- und händigkeitsgematchte gesunde Kontrollpersonen mit einem Emotionsparadigma untersucht. Im Blockdesign wurden den Probanden Gesichter (traurig oder wütend) präsentiert. In der expliziten Bedingung bestand die Aufgabe in der Zuordnung der Gesichter mit identische Emotionen während im impliziten Durchgang das Geschlecht zugeordnet werden musste. Die erfassten Verhaltensdaten beinhalteten Reaktionsgeschwindigkeit und den Anteil der korrekten Antworten.
Ergebnisse: Patienten zeigten stärkere Aktivierungen im Cingulum, dem frontalen Kortex und dem rechten postzentralen Gyrus. Der direkte Vergleich der impliziten und expliziten Bedingung zeigte für Patienten im Vergleich zu Kontrollprobanden signifikante Hypoaktivierungen im linken superioren Temporallappen.
Schlussfolgerungen: Zerebrale Aktivierungen des präfrontalen Kortex und des anteriore Cingulums spielen bei depressiven Erkrankungen eine zentrale Rolle. Die Ergebnisse bekräftigen eine gesteigerte Aufmerksamkeitszuwendung zu emotionalen (v.a. traurigen) Stimuli.