Krankenhaushygiene up2date 2007; 2(2): 113-128
DOI: 10.1055/s-2007-966475
Hygienemaßnahmen

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Schutzimpfungen in medizinischen Einrichtungen

Wolfgang  Jilg
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Publication Date:
11 June 2007 (online)

Kernaussagen

Schutz der Angestellten. Personen, die in medizinischen Einrichtungen tätig sind, sind durch eine Vielzahl von Infektionserregern gefährdet. Neben hygienischen Maßnahmen sind Impfungen das wichtigste Verfahren zum Schutz vor impfpräventablen Infektionen.

Hepatitis B. Die wichtigste Erkrankung mit einem hohen Gefährdungspotenzial im medizinischen Bereich ist die Hepatitis B. Die Hepatitis-B-Impfung ist daher von besonderer Bedeutung für alle im medizinischen Bereich Tätigen.

Influenza. Ein beträchtliches Infektionsrisiko stellt auch die Influenza dar. Die jährliche Influenzaimpfung sollte für alle Personen mit Patientenkontakt obligat sein.

Zusätzliche Gefahren. Zusätzliche Infektionsgefahren gibt es in bestimmten Bereichen: in der Pädiatrie sind es die klassischen Kinderkrankheiten Masern, Mumps, Röteln und Varizellen sowie die Hepatitis A. Durch Hepatitis A ist auch gefährdet, wer in geriatrischen Einrichtungen, in Einrichtungen zur Pflege von Behinderten oder in Stuhllabors arbeitet.

Schutz der Patienten. Neben der Übertragung von Infektionen durch die Patienten auf das Personal kommt aber auch der umgekehrte Weg vor.

Hepatitis B, Influenza. Vor allem Hepatitis B und Influenza können leicht auf Patienten übertragen werden, was die Wichtigkeit der Impfung gegen diese beiden Erreger unterstreicht.

Pertussis. Die Gefährdung der Patienten - in diesem Fall der Neugeborenen und Säuglinge - ist auch der Hauptgrund für die Impfung gegen Pertussis für alle in der Pädiatrie und der Geburtshilfe Tätigen.

Varizellen, Masern. Aus dem gleichen Grund sollte auch Personal intensivmedizinischer Einrichtungen, in der Onkologie und in der Betreuung von Immunsupprimierten gegen Varizellen geimpft sein, in den letzteren beiden Bereichen auch gegen Masern.

Praktisches Vorgehen. Impfungen sollten durchgeführt werden, bevor die berufliche Tätigkeit aufgenommen wird, idealerweise während oder sogar vor der Berufsausbildung. Außer der Hepatitis A- und der Influenzaimpfung gehören alle für medizinisches Personal relevante Impfungen heute zu den Standardimpfungen im Kinder- und Jugendalter. Allerdings sind die Impflücken speziell bei den Impfungen im Jugendalter groß. Es sollte daher zunächst der aktuelle Impfstatus ermittelt und dann gegebenenfalls die notwendigen Impfungen nachgeholt bzw. komplettiert werden.

Literatur

Prof. Dr. med. Wolfgang Jilg

Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene

Universität Regensburg

Franz-Josef-Strauß-Allee 11

93042 Regensburg

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