Handchir Mikrochir plast Chir 2007; 39(5): 356-359
DOI: 10.1055/s-2007-965719
Originalarbeit

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Behandlung von Verbrühungen bei Säuglingen und Kleinkindern: das Zürcher Behandlungskonzept

Treatment of Scald Injuries in Infants and Toddlers: The Zurich ConceptC. Schiestl1
  • 1Zentrum für brandverletzte Kinder, Chirurgische Klinik, Universitätskinderspital, Zürich, Schweiz
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Publication History

eingereicht 7.5.2007

akzeptiert 4.7.2007

Publication Date:
05 November 2007 (online)

Zusammenfassung

Säuglinge und Kleinkinder machen zahlenmäßig die größte Altersgruppe unter den Patienten aus, die aufgrund einer thermischen Verletzung einer stationären Behandlung bedürfen. In der Regel handelt es sich um eine Verbrühung, welche selten 15 % der Körperoberfläche überschreitet. Die Gefahr einer Hypothermie während der Notfallversorgung und des Transportes ist in dieser Altersgruppe sehr groß und sollte durch geeignete Maßnahmen vermieden werden. Misshandlungen sind bei Säuglingen und Kleinkindern häufiger als bei älteren Kindern, aus diesem Grunde muss immer eine genaue Unfallanamnese erhoben werden, um diese auszuschließen. Innovationen auf dem Gebiet der Wundbehandlung, wie das Aufbringen von allogenen oder autologen Keratinozyten sind viel versprechend und würden speziell für diese Altersgruppe von großem Nutzen sein. In der weiteren Versorgung ist es wichtig, zum richtigen Zeitpunkt die Indikation zur Spalthauttransplantation zu stellen, um eine Narbenbildung mit funktionellen und kosmetischen Folgen zu vermeiden. Die Entnahmestelle der Spalthaut sollte in dieser Altersgruppe, wann immer möglich, der behaarte Kopf sein, und die Transplantate sollten nicht expandiert werden. Mit diesen zwei einfachen Maßnahmen kann das funktionelle und ästhetische Ergebnis bei Säuglingen und Kleinkindern erheblich verbessert werden.

Abstract

The majority of patients requiring hospital treatment for burns are infants and toddlers. Most cases are scald injuries involving less than 15 % of the body surface area. The risk of hypothermia during transport and acute treatment of patients in this age group is very high and therefore appropriate measures should be taken to minimize this risk. The frequency of child abuse at this age is higher than in older children and hence a detailed investigation of accident details should rule out this eventuality. Innovations in the field of wound treatment such as the use of allogenic or autogenic keratinozytes promise to be very effective especially in this age group. In order to avoid the development of scars with cosmetic and functional deficits, it is important to judge the correct point of time to perform a split-thickness skin graft during the further treatment. In this age group, the donor site for the split-thickness skin graft should be the scalp if possible and furthermore the grafts should not be expanded. These two simple measures can improve the cosmetic and functional outcome in infants and toddlers substantially.

Literatur

Dr. med. Clemens Schiestl

Zentrum für brandverletzte Kinder
Chirurgische Klinik
Universitätskinderspital

Steinwiesstraße 75

8032 Zürich

Schweiz

Email: clemens.schiestl@kispi.unizh.ch