Allgemein- und Viszeralchirurgie up2date 2007; 4(4): 237-250
DOI: 10.1055/s-2007-965717
Allgemeine Chirurgie

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Peritonitis, Sepsis, septischer Schock

A. Westerholt1 , S. Maier1 , C.-D. Heidecke1
  • 1Klinik und Poliklinik für Chirurgie, Abteilung für Allgemeine Chirurgie, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Greifswald der Ernst-Moritz-Arndt-Universität
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Publication Date:
07 November 2007 (online)

Peritonitis und septischer Schock als Komplikationen großer abdominalchirurgischer Eingriffe sind mit einer hohen Letalität vergesellschaftet. Septische Erkrankungszustände sind grundsätzlich als lebensbedrohlich einzuschätzen und erfordern immer eine unverzügliche Therapieeinleitung sowie eine intensivmedizinische Behandlung. Neben der lokalen Infektion der Bauchhöhle treten bei der abdominellen Sepsis extraperitoneale Allgemeinreaktionen auf. Diese können bei Fortschreiten der Erkrankung zum septischen Multiorganversagen und letztlich zum Tod des Patienten führen. Die elementaren Säulen der Therapie abdomineller Sepsis sind:

  • das rechtzeitige Erkennen einer Sepsis und der unverzügliche Therapiebeginn,

  • die Fokussanierung (chirurgisch oder interventionell),

  • eine aggressive Antibiotikatherapie, zunächst breit, später resistenzgerecht adaptiert,

  • die intensivmedizinischen Therapieprinzipien zur Überwachung und Therapie der septischen Organdysfunktionen.

Eine Besonderheit der abdominellen Sepsis stellt die immer zu berücksichtigende Mitbeteiligung des Darms mit konsekutiver Paralyse, Dysbiose und Keimtranslokation dar, was zur Persistenz abdomineller Symptomatik auch bei saniertem Fokus führen kann. Prognostisch entscheidend ist die frühzeitige Diagnosestellung mit unmittelbarem Therapiebeginn. Besonders ungünstig ist eine abdominelle Sepsis einzuschätzen, wenn sie als Folge eines elektiven chirurgischen Eingriffs auftritt, da sich die Patienten zum Zeitpunkt der septischen Komplikation bereits in einer (postoperativen) Immunparalyse befinden.

Literatur

Dr. med. Alexandra Westerholt

Klinik und Poliklinik für Chirurgie

Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Friedrich-Loeffler-Str. 23 b

17475 Greifswald

Phone: 0 38 34/86-60 01

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