Laryngorhinootologie 1980; 59(3): 166-169
DOI: 10.1055/s-2007-1008837
GEHÖRGANG, MITTELOHR UND TUBE

© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Tympanometrie beim Abbau des Schalleitungsapparates*

Tympanometry when Decomposing the Sound Conduction ApparatusT. Tassew, J. Kießling
  • Univ.-HNO-Klinik Gießen (Direktor: Prof. Dr. K. Fleischer)
* Vortrag, gehalten auf der 63. Jahrestagung der Vereinigung Südwestdeutscher HNO-Ärzte vom 21.9. bis 23.9.1979 in Freiburg.
Weitere Informationen

Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
29. Februar 2008 (online)

Zusammenfassung

Es wird über tympanometrische Untersuchungen an 21 Leichenschläfenbeinen berichtet. Die Tympanogramme zeigen bei stufenweisem Abbau des Schalleitungsapparates wachsende Kompleanz-maxima. Die Veränderungen im Kurvenverlauf nach Absaugen der Peri- und Endolymphe, Eröffnung der Paukenhöhle und Durchtrennung der Mittelohrmuskeln sind jedoch bei 220-Hz-Sondenton so gering, dass keine Abweichungen von der Norm festgestellt werden können. Erst nach Durchtrennung der Amboß-Steigbügel-Verbindung tritt eine starke Kompleanzerhöhung im Tympanogramm auf, die einen pathologischen Zustand des Schalleitungsapparates signalisiert. Daher sollte der Wert der Tympanometrie mit 220-Hz-Sondenton für die klinische Mittelohrdiagnostik nicht überschätzt werden.

Summary

It is reported on tympanometrie investigations of 21 postmortem temporal bones. Tympanograms (220 Hz probe tone) show increasing compliance maxima with stepwise destruction of the sound conduction apparatus. After sucking off peri- and endolymph, opening the tympanic cavity and cutting the middle ear muscles compliance increments, however, are rather small and we get tympanograms within normal range. Only when cutting incus-stapes-connection tympanograms exhibit abnormal high compliance maxima. Therefore the value of tympanometry with 220 Hz probe tone should not be overestimated for clinical middle ear diagnosis.

    >