Anästhesiol Intensivmed Notfallmed Schmerzther 2007; 42(11): 822-832
DOI: 10.1055/s-2007-1003596
Fachwissen
Topthema:Anästhesie bei kongenitalen Herzfehlern
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Nichtherzchirurgische Eingriffe bei Kindern und Erwachsenen

Anesthesia for Patients with Congenital Heart Disease undergoing non-cardiac surgeryJohanna C. Schwarzenberger, Wiebke Gogarten
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Publication Date:
26 November 2007 (online)

Zusammenfassung

Die wachsende Anzahl von AHF-Patienten wird sich in Zukunft verstärkt nicht-herzchirurgischen Eingriffen unterziehen. Die Vielzahl anatomischer Variationen der AHF stellt eine Herausforderung für das pathophysiologische Denken des Anästhesisten dar. Eine Risikostratifizierung nach physiologischen und pathophysiologischen Kriterien kann dem Anästhesisten in der perioperativen Führung dieser Patienten behilfllich sein.

English Abstract

An increasing number of children who have undergone corrective surgery for congenital heart disease (CHD) reach adulthood every year. These survivors defy commonly used classification schemes for adults undergoing non-cardiac surgery. Due to lack of data, the risk-benefit assessment for undergoing non-cardiac interventions must be individualized. An interdisciplinary team approach is the corner stone for the safe delivery of anesthesia to this patient population. This review is meant to equip the anesthesiologist with the necessary tools for the safe perioperative sailing of his patient suffering from CHD.

Kernaussagen

  • Die Anzahl von AHF-Patienten, die das Erwachsenalter erreichen, steigt jährlich.

  • Die perioperative Versorgung kann nur im interdisziplinären Team AHF-kundiger Chirurgen, Kardiologen und Anästhesisten erfolgen.

  • Dem Anästhesisten obliegt die Einschätzung des perioperativen Risikos.

  • Prospektive Erhebungen von klinischen Outcome-Daten bei AHF-Patienten sind erforderlich, um das Operationsrisiko des nichtherzchirurgischen Eingriffs besser abschätzen zu können.

  • Das Herzkatheterlabor ist ein wichtiger Bestandteil der präoperativen Risikoeinschätzung und ggf. zur Optimierung des AHF-Patienten.

  • Die im Herzkatheter gewonnenen Informationen sind bei der intraoperativen hämodynamischen Stabilisierung richtungsweisend.

  • Eine pulmonale Hypertonie bei AHF-Patienten erschwert die Anästhesieführung.

  • Chronische Zyanose und Hypoxie resultieren in Organdysfunktionen.

  • Eine Endokarditisprophylaxe soll nach den neuesten Richtlinien verabreicht werden.

  • Nicht korrigierte Patienten sollten sich möglichst keinen chirurgischen Eingriffen unterziehen.

  • Eine Risikostratifizierung von Schwangeren mit AHF ist anhand einfacher klinischer Kriterien möglich.

Literaturverzeichnis

Dr. med. Johanna Schwarzenberger

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PD Dr. med. Wiebke Gogarten

Email: [email protected]