Fortschr Neurol Psychiatr 1983; 51(9): 313-324
DOI: 10.1055/s-2007-1002236
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Der Orbicularis-oculi-Reflex bei computertomographisch verifizierten Läsionen der hinteren Schädelgrube

The Blink Reflex in CT-Verified Lesions of the Posterior Cranial FossaW.  Hacke , Chr.  Schaff , H.  Zeumer
  • Abteilung Neurologie des Klinikums der RWTH Aachen
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
10. Januar 2008 (online)

Abstract

The blink reflex elicited by electrical stimulation was studied in 60 patients with lesions of the brainstem and cerebellum (ischemic lesions, non-traumatic bleedings or tumors), which were diagnosed by computer tomography. The relationship between localized morphological changes in computer tomography and changes in blink reflex has been studied. 46 patients (77%) had a pathologic blink reflex. Usually the blink reflex was normal in patients with a tumor of cerebellum. In bleedings or tumors of the brainstem a good relationship existed between localization and extension of the lesion and the pathological pattern of the blink reflex. In patients with thrombosis of the basilar artery no responses or single delayed responses to the electrical stimulation were found. A less good relationship was observed in ischemic lesions of the brainstem. This is interpreted as indicating possible multilocalization of vascular lesions in the brainstem. Nearly half of the patients with ischemic lesions also had supratentorial lesions. The influence of these lesions on the pattern of the blink reflex will be discussed.

Zusammenfassung

Bei 60 Patienten mit computertomographisch gesicherten Läsionen des Hirnstamms und des Kleinhirns (ischämische Läsionen, nichttraumatische Blutungen und Tumoren) wurde der elektrisch ausgelöste Blinkreflex untersucht. Es sollte überprüft werden, ob eine Übereinstimmung zwischen dem lokalisierbaren CT-morphologischen Befund und dem Ergebnis des Blinkreflexes besteht. Bei 46 Patienten (77%) war ein pathologischer Blinkreflex abzuleiten.

Bei Patienten mit Tumoren des Kleinhirns ist der Blinkreflex meist normal. Bei Hirnstammblutungen und Hirnstammtumoren findet sich am häufigsten eine gute Übereinstimmung zwischen Ort und Ausdehnung der nachgewiesenen Läsion im CT und dem pathologischen Muster des Blinkreflexes. Bei Patienten mit Basilaristhrombose können keine oder nur einzelne verzögerte Reflexantworten abgeleitet werden. Andere ischämische Läsionen des Hirnstamms zeigen eine weniger gute Übereinstimmung der Befunde. Dies wird als Hinweis auf eine mögliche multilokuläre vaskuläre Schädigung des Hirnstamms gewertet. Da bei etwa der Hälfte der Patienten mit ischämischen Hirnstammläsionen auch supratentorielle ischämische Bezirke nachgewiesen werden konnten, wird die mögliche Beeinflussung des Blinkreflexes durch diese Läsionen diskutiert.

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