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DOI: 10.1055/s-2006-958875
Thorakale Manifestationsmuster der Sarkoidose anhand der CT-Bildgebung
Einleitung: Die Sarkoidose ist eine Systemerkrankung mit variabler thorakaler Manifestation. Untersuchungsziel ist die Analyse von CT-Thorax-Befunden bzgl. Art und Häufigkeit thorakaler Sarkoidosemanifestationen anhand einer repräsentativen Patientenstichprobe zur besseren Beurteilung von CT-Indikation und Stellenwert.
Methoden: Retrospektive Analyse in der klinischen Routinediagnostik. Patienten: 37 Patienten (22 weibl. 15 männl., Alter 25–77J.) mit gesicherter thorakaler Sarkoidose im Rahmen der Erstdiagnose vor Therapiebeginn.
Ergebnisse: Lymphknoten: bei 29 Pat. LK-Veränderungen, davon LK-Vergrößerungen >1cm bei 73% der Pat., am häufigsten prätracheale und paraaortale LKS, zahlenmäßige LK- Vermehrung bei 68% der Patienten, nur bei 2 Patienten LK-Verkalkungen, LKS bei 20% der Hilus- LKS asymmetrisch einseitig, entsprechend 11% der Patienten, bei 9 Patienten (24%) isolierte mediastinale (ohne hiläre) LKS. Lungenparenchym: Überwiegen feinnodulärer Veränderungen <1cm bei 70% der Pat., meist bilateral (49%) und peripher betont (46%), retikuläre Veränderungen meist diskret und gleich häufig mit nodulären Befunden und LKS kombiniert, nur 1 Patient mit fortgeschrittenen fibrotischen Veränderungen bei Erstdiagnose.
Diskussion: Die CT erfasst sensitiv thorakale Manifestationen der Sarkoidose, die jedoch meist unspezifisch sind und kann somit eine histologische Sicherung nicht ersetzen. Vergrößerte bzw. multiple kleine mediastinale LK sind oft im konventionellen Röntgen-Thorax nicht nachweisbar und können Bedeutung für die Diagnosestellung und -sicherung haben, besonders bei fehlenden hilären LKS. Häufig ist auch ein zarter feinnodulärer Parenchymbefall mit peripherer Betonung, oft kombiniert mit multiplen mediastinalen LKS. Die Daten sprechen für eine CT- Indikation im Rahmen der Sarkoidose-Diagnostik 1) bei normalem oder 2) für Sarkoidose untypischem Röntgen-Thorax-Befund. Außerdem besitzt die CT einen hohen Stellenwert bei der exakten Differenzierung von LK- und Parenchymbefall sowie bei der Optimierung der Strategie der histologischen Sicherung.