Viszeralchirurgie 2006; 41(6): 382-387
DOI: 10.1055/s-2006-955202
Originalarbeit

© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Therapie der Rektozele und des inneren Rektumprolaps

Treatment of Rectocele and Internal Rectal ProlapseL. Mirow1 , F. Fischer1 , O. Schwandner1 , S. Farke1 , U. Roblick1 , H.-P. Bruch1
  • 1Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Klinik für Chirurgie
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Publication Date:
14 December 2006 (online)

Zusammenfassung

Die ventrale Rektozele gehört zu den häufigsten Veränderungen, die in der koloproktologischen Praxis bei Vorliegen einer Defäkationsobstruktion nachgewiesen werden. In den meisten Fällen sind Frauen betroffen. Zumeist liegen jedoch kombinierte Störungen der anorektalen Funktion vor, so dass es eine schwierige klinische Entscheidung bleibt, ob die Rektozele als Ursache für die beschriebenen Beschwerden anzusehen ist. Eine Rektozele kann bei 80 % der asymptomatischen Patientinnen nachgewiesen werden. Die klinische Untersuchung, auch in bidigitaler Technik, ist die wichtigste Maßnahme zur Differenzierung der verschiedenen Erkrankungen. Proktorektoskopisch findet sich meist ein ventraler Rektummukosaprolaps, dessen Krankheitswert ebenso umstritten ist. Weiterhin kommen die Endosonographie, die Defäkographie und die dynamische Becken-MRT zur Anwendung. Ziele der operativen Therapie bestehen vor allem in der Beseitigung und Verkleinerung der Rektozele und somit in der Verminderung der Begleitsymptome wie Defäkationsobstruktion, Schmerzen und Inkontinenz. Dafür stehen eine Reihe operativer Verfahren zur Verfügung. Nach der gegenwärtigen Datenlage sind die Ergebnisse der transvaginalen, transperinealen und transanalen Verfahren durchaus vergleichbar. Für die Durchführung der Doppelstaplermethode (STARR) spricht die kurze Operationszeit und eine für koloproktologisch erfahrene Chirurgen mit Routine im Staplerverfahren zur Behandlung des Hämorrhoidalleidens leicht erlernbare Technik. Nach Scheitern konservativer Therapieversuche mit Prokinetika, Erhöhung des Stuhlvolumens und ausreichend Flüssigkeitszufuhr kann ein operatives Vorgehen indiziert sein. Aus den geschilderten diagnostischen Problemen leitet sich jedoch ab, dass ausschließlich symptomatische Rektozelen chirurgisch therapiert werden sollten.

Literatur

Dr. med. L. Mirow

Universitätsklinikum Schleswig-Holstein · Campus Lübeck · Klinik für Chirurgie

Ratzeburger Allee 160

23538 Lübeck

Email: lutz.mirow@medinf.uni-luebeck.de