ZWR - Das Deutsche Zahnärzteblatt 2006; 115(10): 465-466
DOI: 10.1055/s-2006-955107
Fortbildung

© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Prophylaxe in der Parodontaltherapie - Sanfte Lokalanästhesie ohne Injektion

M.-C. Tisowsky
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Publication Date:
23 October 2006 (online)

Dem Parodontalgel Oraqix wird von verschiedenen Universitäten eine effektive Anästhesie bei subgingivalen Maßnahmen bescheinigt - und dies ohne die von vielen Patienten gefürchtete Injektion. Wie sich das System im zahnärztlichen Alltag bewährt, haben wir in den vergangenen 6 Monaten getestet - mit verblüffend guter Resonanz unserer Patienten. Was ihnen an Oraqix besonders zusagt und wie dies die Arbeit unseres Teams erleichtert, ist in den folgenden Zeilen dargestellt.

Gingivitis und Parodontitis bis hin zu ihren schweren Formen zählen zu den Krankheitsbildern, die langsam und zunächst symptomlos zu gravierenden Schädigungen führen können. Umso wichtiger ist uns eine möglichst frühzeitige Erkennung und Vorbeugung. Doch dazu müssen die Patienten auch bereit sein. Solange sie keine Schmerzen verspüren, neigen viele dazu, eine konsequente Prophylaxe bzw. Behandlung aufzuschieben. Selbst der anschaulichste Aufklärungsversuch hilft spätestens in dem Moment nicht weiter, in dem ein Patient sich den stechenden Schmerz der Injektionsnadel vorstellt. Eine Anästhesie ist jedoch vor einer wirkungsvollen Kürettage und Wurzelglättung in vielen Fällen anzuraten.

Allerdings ist niemandem damit geholfen, wenn wir unsere Patienten wegen ihrer vermeintlichen Uneinsichtigkeit tadeln und sie dann ihrem Schicksal überlassen. Vielmehr ist es an uns, nach Verfahren zu suchen, mit denen wir ihnen die Entscheidung zugunsten der nötigen vorbeugenden Maßnahmen einschließlich subgingivalem Scaling und Root-Planing erleichtern.

Kaum ein anderes Hilfsmittel erschien meinen MitarbeiterInnen und mir erfolgsversprechender zu sein als ein anästhesierendes Parodontalgel, das zur Entfaltung seiner Wirkung keines Einstichs mit einer Kanüle bedarf. So waren wir auf Oraqix (DENTSPLY DeTrey, Konstanz) besonders gespannt. Das Gel enthält die vertrauten Wirkstoffe Lidocain und Prilocain. Sie werden in flüssiger Form mittels eines speziellen Dispensers und einer stumpfen Kanüle, die in ihrer Form einer PA-Sonde ähnelt, in die Parodontaltasche appliziert. Dort verfestigt sich Oraqix zu einem Gel, sodass die anästhesierenden Stoffe gezielt an ihrem Wirkort freigesetzt werden. Sie diffundieren nun in das umgebende Gewebe. [Abb. 1], [2], [4]

Abb. 1 Oraqix wird mit einer stumpfen Kanüle am Gingivalrand aufgetragen.

Abb. 2, 3 Die PA-Tasche wird mit Oraqix aufgefüllt, bis es sichtbar wird. Nach 30 s kann die Behandlung beginnen.

Abb. 4 Prüfung der Anästhesiewirkung durch Sondieren. Wirkdauer ca. 20 min.

Literatur

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Dr. Marianne-C. Tisowsky

Lassallestr. 95, 80995 München

Email: Dr.M.-C.Tisowsky@t-online.de

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