Subscribe to RSS
DOI: 10.1055/s-2006-954459
Wirkung des Atrialen Natriuretischen Peptids auf den postprandialen Fettstoffwechsel
Hintergrund: Atriales natriuretisches Peptid (ANP) stimuliert bei nüchternen Probanden bereits in physiologischen Konzentrationen die Fettmobilisation und Fettoxidation. Diese Wirkung wurde in vitro nicht durch Insulin gehemmt. Wir überprüften die Hypothese, dass ANP die postprandiale Lipolyse nach einer fettreichen Mahlzeit steigert und so die Lipidoxidation fördert. Methoden: Wir führten eine randomisierte, doppelblinde Cross – Over Studie an 10 jungen, gesunden, normalgewichtigen Probanden. ANP (25ng/kg/min) oder Placebo wurde 30 Minuten vor und über 2 Stunden nach einer fettreichen, standardisierten Testmahlzeit (45% Fett; 40% Kohlenhydrate) intravenös verabreicht. Wir bestimmten die venösen Konzentrationen von ANP, Glukose, Insulin, Glycerol und freien Fettsäuren (NEFA). Mittels Mikrodialyse im abdominellen subkutanen Fettgewebe und Skelettmuskel wurden die interstitiellen Konzentrationen von Glukose, Glycerol, Laktat und Pyruvat bestimmt. Energieumsatz und Substratoxidationsraten wurden mittels indirekter Kalorimetrie gemessen. Ergebnisse: Der postprandiale Anstieg venöser und interstitieller Glukosekonzentrationen war unter ANP und Placebo identisch. ANP verursachte eine deutliche Zunahme des postprandialen Insulinanstiegs. (p<0,05). Die basalen Konzentrationen von NEFA und venösem sowie subkutanen Glycerol nahmen mit ANP stark zu (p<0,05). Die Wirkung von ANP auf die Lipolyse war jedoch 45 Minuten nach Einnahme der Mahlzeit stark abgeschwächt. Die subkutanen Glycerolkonzentrationen stiegen unter ANP im weiteren Verlauf wieder deutlich an (p<0,05). Im Vergleich zu Placebo war unter ANP während der gesamten Untersuchung die Lipidoxidation erhöht (p<0,05). Schlussfolgerung: Die ANP vermittelte Fettmobilisation ist nach Einnahme einer fettreichen Mahlzeit reduziert. Der zeitliche Verlauf spricht dabei für eine hemmende Wirkung von Insulin auf die ANP induzierte Lipolyse.