Z Gastroenterol 2006; 44 - V04
DOI: 10.1055/s-2006-950574

Endozytoskopie in der Stufendiagnostik des makroskopisch normalen Barrett-Ösophagus im Vergleich mit der bioptischen Histologie

H Pohl 1, M Koch 2, A Khalifa 3, R Tschöpe 3, B Wiedenmann 1, T Rösch 1
  • 1Charité Campus Virchow, Gastroenterologie, Hepatologie, Berlin, Germany
  • 2Charité Campus Mitte, Pathologie, Berlin, Germany
  • 3Charité Campus Mitte, Gastroenterologie, Hepatologie, Berlin, Germany

Hintergrund: Eine gezielte Biopsie aus suspekten Arealen bei der Überwachung des Barrett-Ösophagus würde auch bei zunächst makroskopisch unauffälliger Schleimhaut die Effizienz der Barrett-Überwachung erhöhen. Wir evaluierten den möglichen Stellenwert der Endozytoskopie in der Erkennung der Dysplasie bei Patienten mit endoskopisch unauffälligem Barrett-Ösophagus.

Methoden: 82 Biopsiestellen von 7 konsekutiven Patienten (6 Männer, mittleres Alter 58 Jahre) wurden endozytoskopisch untersucht; Biopsien und Endozytoskopie-Photos wurden nach Methylenblaufärbung genau neben endoskopisch platzierten Argonbeamer-Markierungen entnommen. Keiner der Patienten hatte eine fokale makroskopische Auffälligkeit der Barrett-Schleimhaut. Die Endozytoskopie-Bilder wurden mit 1100-facher Vergrößerung erstellt (Olympus GmbH. Hamburg). Die Biopsien wurden nach den gängigen WHO-Kriterien für Neoplasie ausgewertet. Die Endozytoskopie-Bilder wurden randomisiert und verblindet von einem Pathologen und einem Gastroenterologen entsprechend charakteristischer zytologischer Veränderungen für Neoplasien beurteilt (Richter J, J.Clin.Gastro 2005).

Ergebnisse: Die Histologien zeigten ein Adenokarzinom in 4 (4.9%) Biopsien, hochgradige intraepitheliale Neoplasien (IN) in 14 (18.3%) und niedriggradige IN in 5 Proben (6.1%). Die restlichen Biopsien zeigten entweder normales Barrett-Epithel (n=51, 62.2%) oder kein Barrett-Epithel (n=7, 8.5%). Im Schnitt wurden 9 Bilder pro Lokalisation evaluiert. Die Beurteilbarkeit der aufgenommenen Bilder war schlecht/unmöglich in 22% und von mäßiger Qualität in 78%; keines der Bilder wurde als gut oder exzellent gewertet. Eine ausreichende Färbung mit Methylenblau lag in 71% vor. Interpretierbare Bilder für eine Neoplasiediagnose konnten, je nach Neoplasiegrad und in Abhängigkeit der verschiedenen zytologischen Kriterien, in 4 bis 41% erreicht werden. Wurden nur die auswertbaren Bilder beurteilt, war keine der für die Neoplasie charakteristischen Veränderungen zwischen neoplastischen und nicht-neoplastischen Arealen signifikant verschieden.

Schlussfolgerung: In der 1100-fachen Vergrößerung war die Endozytoskopie nicht in der Lage, in der makroskopisch unauffälligen Barrett-Schleimhaut zwischen neoplastischen und nicht-neoplastischen Arealen zu unterscheiden.