Aktuelle Urol 2006; 37 - P44
DOI: 10.1055/s-2006-947585

Gibt es eine Indikation für das Pro-ACT – System bei der Stressinkontinenz-Therapie des Mannes?

P Leube 1, J Beier 1, O Brock 1, H Keller 1
  • 1Klinik für Urologie und Kinderurologie, Sana Klinikum Hof, Hof, Deutschland

Ziel: Evaluierung der Effektivität mit der neuen minimalinvasiven Methode (Pro-ACT) bei postoperativer Stressharninkontinenz bei Patienten, die für einen artifiziellen Sphinkter nicht geeignet erscheinen.

Methode:

Pro-ACT (Adjustierbare Kontinenz Therapie) besteht aus 2 Silikonballons, die periurethral unterhalb des Blasenhalses platziert werden und über einen scrotalen subcutanen Titanport hinsichtlich des Füllvolumens adjustiert werden können.

Wir haben von 12/2003 bis 09/2005 insgesamt 12 mal dieses System implantiert. Es handelt sich bei 7 Patienten um einen Zustand nach radikaler Prostatektomie (RRP

=5, LRP=2) und um 5 Patienten mit Zustand nach TUR-Prostata, die aus Gründen mangelnder manueller und kognitiver Fähigkeiten für einen artifiziellen Sphinkter nicht in Frage kamen.

Ergebnisse:

Nach einem Follow up von 3–24 Monaten, medianes Follow up 11,6 Monate waren insgesamt 7 Patienten gebessert oder vollständig kontinent, bei 5 Patienten bestand unverändert eine Stressinkontinenz Grad III.

Trocken/0–1 Einlage

1–2 Einlagen

Mehr als 2 Einlagen

5

2

5

Bei den 5 Versagern waren folgende Komplikationen aufgetreten:

1 x Infektion (Prothesenausbau), 3 x Prothesendislokation, 1 x Ballondefekt (durch zuvor gelegten Blasenhals-Memo-Stent).

Schlussfolgerung:

Die Indikation für das Pro-ACT-System besteht bei Männern mit postoperativer Stressharninkontinenz für selektionierte Patienten, welche aus Gründen mangelnder Fähigkeiten (kognitiv, manuell) für die Implantation des artifiziellen Sphinkter nicht geeignet erscheinen. Pro-ACT ist nicht geeignet bei Patienten mit rezidivierender Blasenhalssklerose.