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DOI: 10.1055/s-2006-947585
Gibt es eine Indikation für das Pro-ACT – System bei der Stressinkontinenz-Therapie des Mannes?
Ziel: Evaluierung der Effektivität mit der neuen minimalinvasiven Methode (Pro-ACT) bei postoperativer Stressharninkontinenz bei Patienten, die für einen artifiziellen Sphinkter nicht geeignet erscheinen.
Methode:
Pro-ACT (Adjustierbare Kontinenz Therapie) besteht aus 2 Silikonballons, die periurethral unterhalb des Blasenhalses platziert werden und über einen scrotalen subcutanen Titanport hinsichtlich des Füllvolumens adjustiert werden können.
Wir haben von 12/2003 bis 09/2005 insgesamt 12 mal dieses System implantiert. Es handelt sich bei 7 Patienten um einen Zustand nach radikaler Prostatektomie (RRP
=5, LRP=2) und um 5 Patienten mit Zustand nach TUR-Prostata, die aus Gründen mangelnder manueller und kognitiver Fähigkeiten für einen artifiziellen Sphinkter nicht in Frage kamen.
Ergebnisse:
Nach einem Follow up von 3–24 Monaten, medianes Follow up 11,6 Monate waren insgesamt 7 Patienten gebessert oder vollständig kontinent, bei 5 Patienten bestand unverändert eine Stressinkontinenz Grad III.
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Trocken/0–1 Einlage |
1–2 Einlagen |
Mehr als 2 Einlagen |
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5 |
2 |
5 |
Bei den 5 Versagern waren folgende Komplikationen aufgetreten:
1 x Infektion (Prothesenausbau), 3 x Prothesendislokation, 1 x Ballondefekt (durch zuvor gelegten Blasenhals-Memo-Stent).
Schlussfolgerung:
Die Indikation für das Pro-ACT-System besteht bei Männern mit postoperativer Stressharninkontinenz für selektionierte Patienten, welche aus Gründen mangelnder Fähigkeiten (kognitiv, manuell) für die Implantation des artifiziellen Sphinkter nicht geeignet erscheinen. Pro-ACT ist nicht geeignet bei Patienten mit rezidivierender Blasenhalssklerose.