Krankenhaushygiene up2date 2006; 1(2): 153-168
DOI: 10.1055/s-2006-945018
Nosokomiale Infektionen
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Pilzinfektionen in der Intensivmedizin

Rainer  Höhl
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Publication Date:
08 December 2006 (online)

Kernaussagen

Pilzinfektionen nehmen gerade beim nicht-neutropenischen Intensivpatienten zu, erhöhen die Morbidität und Mortalität, führen zu längeren Intensiv- und Krankenhausliegezeiten und erhöhen die Kosten.

Wegen der schwierigen Diagnostik ist die Entscheidung zum Therapiebeginn zunächst meist eine klinische Entscheidung. Der Kliniker kann sich dabei der „Vier-i-Strategie” bedienen:
Identifiziere den Risikopatienten
Intensiviere die Diagnostik
Integriere die Klinik
Initialisiere individuell die adäquate Therapie

Entscheidend für den Therapieerfolg ist die frühzeitige Therapie, die ausreichend lange durchgeführt werden muss (bis mindestens 14 Tage nach der letzten positiven Blutkultur bzw. 14 Tage nach Infektionsende).

Eine prophylaktische Gabe von Antimykotika kann nach erfolgreicher Behandlung der Grunderkrankung beendet werden, d. h. mit Absetzen der antibiotischen Therapie wird auch die antimykotische Prophylaxe abgesetzt.

Instabile Patienten müssen initial breit therapiert werden (Voriconazol oder Caspofungin oder Liposomales AmB als Reservemedikament).

An Aspergilleninfektionen und seltene Pilzspezies muss auch beim nicht-neutropenischen Intensivpatienten gedacht werden.

Literatur

Dr. Rainer Höhl

Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin
Klinikum Nürnberg

Prof. Ernst Nathan Str. 1
90419 Nürnberg

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