Pädiatrie up2date 2006; 1(1): 25-32
DOI: 10.1055/s-2006-944694
Endokrinologie/Stoffwechsel
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Adipositas - aus pädiatrischer Sicht

Andrea  Näke
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Publication Date:
05 September 2006 (online)

Die Häufigkeit von Übergewicht und Adipositas steigt weltweit, begleitet von einem dramatischen Anstieg an Typ-2-Diabetes, Metabolischem Syndrom und kardiovaskulärer Mortalität in immer jüngeren Jahren [1]. Die Prävalenzzahlen für Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland variieren in Abhängigkeit von Meßmethode und Definition teilweise erheblich, was einer Unterschätzung des Problems über Jahre Vorschub geleistet hat. Eine ausgeprägte Adipositas kann jedoch bereits im Kindesalter gravierende Folgen für die physische und psychosoziale Entwicklung haben. Außerdem sind adipöse Kinder im Erwachsenenalter überzufällig häufig mit Gesundheitsstörungen und kardiovaskulärer Mortalität belastet [2]. Die direkten und indirekten Folgekosten der Adipositas betrugen bereits 1996 4,3 % (5,7 Billionen Euro) der Gesamtausgaben des bundesdeutschen Gesundheitswesens [3]. Kostenträger ziehen sich mit Verweis auf den Mangel an evidenzbasierten Therapiestudien der Adipositas derzeit häufig aus der Verantwortung, gleichzeitig überfordern die direkten und indirekten Folgekosten der Adipositas die Leistungsfähigkeit unseres Gesundheitssystems in absehbarer Zeit.

Die Adipositaspandemie mutiert vom medizinischen zum gesamtgesellschaftlichen Problem und gerät zunehmend auch in das Bewusstsein von Politik, Ökonomie und Präventionsforschung.

Abb. 1 Ca. 8 % der deutschen Kinder und Jugendlichen sind adipös.

Literatur

Dr. med. Andrea Näke

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