Ziele: Evaluation der Genauigkeit der Graduierung hochgradiger In-Stent-Stenosen bei ballon-
und selbstexpandierenden Stents im Vergleich mehrerer Modalitäten im Hinblick auf
unterschiedliche räumliche Ausrichtungen sowie Biegeradien der simulierten Gefäße.
Methode: Drei Stents verschiedenen Typs (2 Nitinol/selbstexpandierend; 1 Stahl/ballonexpandierbar)
wurden in PVC-Schläuche implantiert. Es wurden 70–75%ige In-Stent-Stenosen aus Bienenwachs
erstellt. Nach Einbettung in Gelatine und Anschluss an eine kontinuierlich fördernde
Pumpe wurde dynamisch in 4 Konfigurationen untersucht: longitudinale bzw. 45 Grad-Ausrichtung
sowie Biegeradien von 10cm bzw. 20cm. Die digitale Subtraktionsangiographie (DSA)
als Referenz erfolgte nach manueller Kontrastmittel- (KM-)injektion in 2 Ebenen. Die
CT-Angiographie (CTA) erfolgte an einem 16-Zeilen-Scanner (Kollimation 16×0,75mm;
KM-Injektor; Bolustracking). Die MR-Angiographie (MRA) erfolgte an einem 1,5-T-Scanner
(Voxelgröße 1×1 x 1mm; KM-Injektor, CareBolus-Technik). Die farbkodierte Duplexsonographie
(FKDS) erfolgte nach KM-Applikation am geschlossenen Kreislauf. Die Messung der Stenosegrade
wurde bei DSA, CTA und MRA manuell, bei der CTA zusätzlich halbautomatisch mittels
einer dedizierten Software durchgeführt. Duplexsonographisch wurde prä-, intra- und
poststenotisch die Strömungsgeschwindigkeit bestimmt. Ergebnis: 48 Messungen wurden erfolgreich durchgeführt. Stenosegrade wurden durchmesserbezogen
ermittelt. Im Vergleich zur DSA wurden die Stenosen in der CTA (manuell und halbautomatisch)
und der FKDS tendenziell leicht unterschätzt (CTA +3 bis –5%; FKDS –2 bis –8%) und
in der MRA überschätzt (0 bis +11%). Die Abweichung war bei den Nitinol-Stents höher
als bei den Stahlstents (CTA manuell –1 bis –5% bzw. 0 bis +2%; MRA 0 bis +11% bzw.
0 bis +3%). Die maximale Varianz der Stenosegrade in Abhängigkeit von der Stentkonfiguration
betrug in der CTA 3% (manuell) bzw. 5% (halbautomatisch), in der MRA 10% und der FKDS
6%. Metallartefakte führten nur in der MRA zu einer Beeinträchtigung der Beurteilbarkeit.
Schlussfolgerung: Im verwendeten in-vitro-Modell war die Evaluation von hochgradigen In-Stent-Stenosen
mittels vier Modalitäten mit hoher Genauigkeit möglich, wobei die manuelle als auch
die softwaregestützte Auswertung der CTA die exaktesten Ergebnisse lieferte. Unterschiedliche
Stentkonfigurationen führten nur zu geringer Varianz der Messergebnisse. DSA, CTA
und FKDS wurden nicht durch Metallartefakte des Stentmaterials beeinträchtigt.
Korrespondierender Autor: Drescher R
St. Josef-Hospital, Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Gudrunstraße
56, 44791 Bochum
E-Mail: robert.drescher@rub.de
Schlüsselwörter
Stent - Restenose - Angiographie