Rehabilitation (Stuttg) 2006; 45(6): 354-358
DOI: 10.1055/s-2006-940001
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Retrospektive Analyse von Stürzen und deren Ursachen in einem stationären Rehabilitationszentrum für Patienten mit Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates

Retrospective Analysis of Falls in an Inpatient Rehabilitation Centre for Rheumatic and Orthopaedic DiseasesA.  Falkenbach1 , W.  Korinek1 , S.  Waltl1 , K.  Janka1 , R.  Müller2
  • 1Sonderkrankenanstalt Rehabilitationszentrum Bad Ischl-Lindau der Pensionsversicherungsanstalt, Bad Ischl, Österreich
  • 2Chefärztlicher Bereich der Pensionsversicherungsanstalt, Wien, Österreich
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Publication Date:
22 November 2006 (online)

Zusammenfassung

Ziel: Analyse der Häufigkeit und der Umstände von Stürzen in einem stationären Rehabilitationszentrum mit der Indikation „Stütz- und Bewegungsapparat”. Methodik: Die Erhebung umfasst einen Zeitraum von 64 Monaten (Januar 2000 bis April 2005), in dem 10 820 Patienten (234 502 Patientenaufenthaltstage) stationär behandelt wurden. Das mittlere Alter der Patienten (47 % Männer, 53 % Frauen) betrug 52,8 Jahre. 1252 Patienten waren 70 Jahre oder älter. Alle Meldungen an die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) wurden gesichtet. Stürze und Sturzfolgen wurden registriert und retrospektiv analysiert. Ergebnisse: Von den 223 registrierten Unfällen waren 140 (62,8 %) durch einen Sturz verursacht. Bei 17 Patienten waren die Verletzungen so gravierend, dass eine fachchirurgische Behandlung in einem Akutkrankenhaus notwendig war. Insgesamt kam es somit bei 1,29 % aller behandelten Patienten während des Rehabilitationsaufenthalts zu einem Sturz (mit Meldung an die AUVA), 0,16 % erlitten schwerwiegende Verletzungen. Frauen und ältere Patienten hatten ein höheres Sturzrisiko. 39 % der Stürze standen im Zusammenhang mit einer Behandlung im Rahmen des Rehabilitationsverfahrens. Ein Ort innerhalb des Rehabilitationszentrums mit einer besonders hohen Sturzgefahr war nicht auszumachen. Die Stürze ereigneten sich vor allem während des Tages, weniger am Abend oder in der Nacht. Die Sturzanzahl war in der ersten Hälfte des dreiwöchigen Rehabilitationsverfahrens geringgradig höher als in der zweiten Hälfte. Diskussion und Schlussfolgerung: Die Sturzhäufigkeit belegt, dass auch in einem Rehabilitationszentrum den Stürzen eine große Bedeutung zukommt. Ein spezieller Gefahrenschwerpunkt innerhalb des Rehabilitationszentrums war nicht nachzuweisen. Die aktiven und aktivierenden Therapien scheinen nach den vorliegenden Ergebnissen keine außerordentliche Sturzgefahr darzustellen.

Abstract

Aim: To analyse the frequency and circumstances of falls in an inpatient rehabilitation centre. Methods: In a survey all falls reported to the Austrian accident insurance carrier were analysed and external circumstances of falls were evaluated. The survey covers a period of 64 months (Jan 2000 to April 2005): 10 820 inpatients (234 502 patient days); mean age 52.8 years; 1,252 patients aged ≥ 70 years; 47 % male, 53 % female. Results: Of 223 accidents registered, 140 (62.8 %) were falls. Of these, 17 patients had to be referred to a surgical unit for further treatment. In total, 1.29 % of all patients fell during their stay (with report to the accident insurance carrier), 0.16 % suffered major injuries from falls (with referral to surgical unit). Females fell more frequently than males. 39 % of the falls were associated with physical therapy. Most falls occurred in daytime. The location in the centre or the day of week showed no major influence on the frequency of falls. Falls occurred slightly more often in the first part of the three-week inpatient stay. Conclusion: The high total number of falls shows that falls are important in an inpatient rehabilitation centre for rheumatic and orthopaedic diseases. The analysis did not reveal any special location inside the rehabilitation centre with an increased risk of falls calling for urgent interventions. The active and activating physical therapies do not seem to increase the number of falls significantly.

Literatur

Prim. Prof. Dr. med. Albrecht Falkenbach

SKA-RZ Bad Ischl-Lindau · Pensionsversicherung · Lindau 78

4820 Bad Ischl · Österreich

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