Aktuelle Ernährungsmedizin 2006; 31(3): 126-132
DOI: 10.1055/s-2006-932601
Fortbildung
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Der Body-Mass-Index (BMI) - ein wichtiger Parameter zur Beurteilung des Ernährungszustands

The Body Mass Index (BMI) - An Important Parameter for Nutritional AssessmentD.  Volkert1
  • 1Pfimmer Nutricia GmbH, Erlangen, und Institut für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Further Information

Publication History

Publication Date:
15 May 2006 (online)

Zusammenfassung

Der Body-Mass-Index (BMI), definiert als Quotient aus Körpergewicht und quadrierter Körpergröße, dient der Abschätzung gewichtsbedingter Gesundheitsrisiken und wird sowohl zur Erfassung von Unter- als auch von Übergewicht verwendet. Die Aussagekraft des BMI hängt ganz wesentlich von zuverlässigen Größen- und Gewichtsangaben ab. Wenn immer möglich sollten Körpergröße und Gewicht gemessen und nicht erfragt werden. Die Messungen sollten soweit wie möglich unter standardisierten Bedingungen durchgeführt werden. Generell ist der BMI einfach und ohne großen apparativen Aufwand zu bestimmen, Mobilitätseinschränkungen und starke Rückenkrümmungen können die Messungen jedoch erschweren. Ist die Größenmessung in aufrecht stehender Position nicht möglich, kann alternativ die Körperlänge im Liegen bzw. die Kniehöhe gemessen werden. Aus der Kniehöhe lässt sich die Körpergröße näherungsweise berechnen. Das Körpergewicht sollte morgens nüchtern in leichter Hauskleidung auf einer geeichten Waage gemessen werden. Der BMI ermöglicht aufgrund seiner Korrelation zum Körperfettanteil eine grobe Einschätzung der Körperzusammensetzung - insbesondere in den Extrembereichen. Ein hoher BMI lässt Übergewicht und Adipositas erkennen, ein niedriger BMI kann Untergewicht und Mangelernährung bedeuten. Leider liefert der BMI keine genaue Information über die Körperzusammensetzung und auch keine Information über die Körperfettverteilung. Diverse Altersveränderungen und häufige Störungen im Wasserhaushalt beeinflussen die Bedeutung und Aussagekraft einzelner BMI-Werte bei älteren Menschen. Aufgrund dieser Limitationen sollte der BMI - insbesondere im Alter - nie als einziger Parameter zur Beurteilung des Ernährungszustands herangezogen werden. Für eine genauere Erfassung des Ernährungszustands werden Verlaufsbestimmungen und ergänzende Parameter wie z. B. Oberarmumfang, Hautfaltendicken, Wadenumfang und Taillenumfang empfohlen. Bei der Interpretation von BMI-Werten sollten mögliche Einflussfaktoren wie Lebensalter, Hydrations- und Trainingszustand ebenso berücksichtigt werden wie unvermeidliche Messungenauigkeiten, z. B. infolge von Mobilitätseinschränkungen oder Kyphose.

Abstract

The body mass index (BMI), calculated as body weight divided by squared body height, can help to estimate weight-related health risks and is used for the assessment of overweight as well as underweight. The significance of the BMI strongly depends on the reliability of height and weight data. If ever possible, height and weight should be measured instead of asked, and measurements should be highly standardised. In general, the BMI can be determined easily and without complex equipement, however, reduced mobility and kyphosis can compromise the measurements. If height can not be measured in upright standing position, supine measurements are possible, or body height can be estimated from knee height. Body weight should be measured in the morning before breakfast in light clothing on a calibrated scale. Due to its close correlation to the proportion of body fat, the BMI allows a rough estimate of body composition - especially at its extremes. High BMI values indicate overweight and obesity, on the other hand a low BMI can indicate underweight and related health risks. It has to be kept in mind, however, that the BMI is not able to give detailed information about body compostion and is unable to differ between body fat, muscle mass or body water. In addition it does not give any information on body fat distribution. In the elderly several age-related changes and frequent water balance disorders such as dehydration or edema may affect and change the meaning and significance of single BMI values. Consequently BMI should never used as the only parameter to assess nutritional status - especially in the elderly. Serial measurements of body weight are recommended, and additional measurements such as calf, midarm and waist circumference or skinfold thickness measurements should be taken in order to get more detailed nutritional status information. For the interpretation of BMI values, influencing factors like age, hydration status and training status should be taken into account as well as inevitable measurement errors due to restricted mobility or kyphosis.

Literatur

Priv.-Doz. Dr. rer. nat. Dorothee Volkert

Pfimmer Nutricia GmbH

Am Weichselgarten 23

91058 Erlangen

Phone: 09131/7782-31

Fax: 09131/7782-86

Email: [email protected]