Zentralbl Gynakol 2006; 128(3): 97-103
DOI: 10.1055/s-2006-921569
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© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Ernst Wertheim, oder zum Stellenwert der EBM beim Zervixkarzinom[1]

Ernst Wertheim, or the Significance of the EBM of the Cervical CancerS. Leodolter1
  • 1Universitätsklinik für Frauenheilkunde, Klinische Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe, Wien, Österreich
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Publication Date:
06 June 2006 (online)

Zusammenfassung

Der Beginn des 20. Jahrhunderts war in der gynäkologischen Onkologie geprägt durch Auseinandersetzungen zwischen Wertheim und Schauta über das beste operative Vorgehen bei Fällen von Gebärmutterhalskrebs, wobei insbesondere das Lymphknotenproblem im Vordergrund stand. Seit der damaligen Zeit wurden ganz wesentliche Fortschritte in Bezug auf Diagnostik und Therapie gemacht. In diesem Zusammenhang besonders hervorzuheben ist einerseits die Einbeziehung der onkologischen Patientinnen in onkologische Studien mit der Erarbeitung von EBM-basierten Therapiekonzepten und andererseits kommt endoskopischen Operationsverfahren heute ein entscheidender Stellenwert zu; einige der damals diskutierten Fragen, so z. B. das „Lymphknotenproblem” sind nach wie vor offen. Die Zukunft wird allerdings weniger auf Diagnostik und Therapie des Zervixkarzinoms fokussiert sein, sondern in erster Linie auf die primäre Prävention, mit der Einführung von Impfstoffen gegen HPV-Infektionen ist in Kürze zu rechnen.

Abstract

In the field of gynecologic oncology, the beginning of the 20th century was dominated by a dispute between Wertheim and Schauta over the best surgical approach for cervical cancer in general, and the role of Iymphonodectomy in particular. Since that time, important progress has been made with respect to diagnosis and therapy. This refers a) to the inclusion of patients with malignant diseases into clinical studies with the subsequent design and development of evidence based therapy strategies and b) on the important role of endoscopic techniques in gynecologic oncology. Some of the controversies of the “Wertheim/Schauta” era such as the “lymph node problem” are not fully resolved to date. The future will be most likely not based on diagnosis and therapy of cervical cancer, but on primary prevention with the introduction of a potent vaccination against HPV, which will be commercially available soon.

1 Auszugsweise gehalten als OUo Käser Gedächtnisvorlesung, Basel 2005.

Literatur

1 Auszugsweise gehalten als OUo Käser Gedächtnisvorlesung, Basel 2005.

o. Univ. Prof. Dr. S. Leodolter

Universitätsklinik für Frauenheilkunde · Klinische Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe

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