Endoskopie heute 2006; 19(1): 23-25
DOI: 10.1055/s-2006-921522
Originalarbeit

© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Was bringt die elektromagnetische Navigation bei der Routine-Koloskopie?

Is Electromagnetic Navigation Useful for Routine Colonoscopy?S. von Delius1 , H. Feussner2 , R. M. Schmid1 , E. Frimberger1
  • 1II. Medizinische Klinik und Poliklinik, Technische Universität München, Klinikum rechts der Isar, München
  • 2Chirurgische Klinik und Poliklinik, Technische Universität München, Klinikum rechts der Isar, München
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Publication Date:
15 March 2006 (online)

Zusammenfassung

Die Koloskopie ist auch heute noch ein technisch anspruchsvolles diagnostisches Verfahren. Durch die elektromagnetische Konfigurationserfassung (EMKE) kann die Lage eines Koloskops während einer Untersuchung direkt erfasst werden und diese damit erleichtern. Um eventuelle Vorteile der EMKE zu erfassen, wurden Endoskopieprotokolle von 102 Patienten, die im Zeitraum von Mitte März bis Mitte Mai 2005 an unserer Klinik (II. Medizinische Klinik, Klinikum rechts der Isar, München) von acht Untersuchern koloskopiert wurden, retrospektiv ausgewertet. Bei 44 Patienten war eine Koloskopie mit EMKE erfolgt. Bei 58 Patienten war eine konventionelle Koloskopie durchgeführt worden. Es zeigten sich keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich der durchschnittlichen Zeitdauer bis zum Erreichen des Ileozökalpols (9,0 Minuten mit EMKE vs. 10,2 Minuten mit konventioneller Koloskopie), sowie des durchschnittlichen Verbrauchs an Midazolam und Propofol (1,88 mg und 67,7 mg vs. 1,68 mg und 50,3 mg). Eine Untersuchung ohne Sedierung war unter Einsatz von EMKE bei 11 Patienten (25 %) und bei konventioneller Koloskopie bei 19 Patienten (33 %) möglich. In sieben Fällen wurde durch EMKE eine falsche Position des Koloskops angezeigt. Die Untersucher bewerteten das Verfahren der EMKE überwiegend als hilfreich. Das Verfahren der EMKE erbringt somit keine objektive Verbesserung bei der Koloskopie.

Abstract

Colonoscopy is still a technical challenging procedure. During endoscopy the exact position of the colonoscope can be directly detected by magnetic endoscope imaging (MEI). To evaluate possible advantages of MEI we performed a retrospective analysis of the endoscopy protocols of 102 patients, who were examined by eight endoscopists at our department (Department of Internal Medicine II, Klinikum rechts der Isar, Munich). 44 patients had received MEI guided colonoscopy, 58 patients conventional colonoscopy. There were no significant differences regarding mean time requirement for cecal intubation (9.0 minutes with MEI vs. 10.2 without MEI) and mean usage of midazolam and propofol (1.88 mg and 67.7 mg vs. 1.68 mg and 50.3 mg). Using MEI unsedated endoscopy was possible for 11 patients (25 %). 19 patients (33 %) stayed without sedation with conventional colonoscopy. A wrong position of the endoscope was shown in seven cases by MEI. Examiners predominantly rated MEI as useful. In conclusion, colonoscopy with MEI offers no objective advantage compared to conventional colonoscopy.

Literatur

Prof. Dr. med. E. Frimberger

Klinikum rechts der Isar · II. Medizinische Klinik

Ismaninger Str. 22

81675 München

Phone: 0 89/41 40 24 54

Fax: 0 89/41 40 49 68

Email: eckart.frimberger@lrz.tu-muenchen.de

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