Zeitschrift für Phytotherapie 2005; 26(6): 262-270
DOI: 10.1055/s-2005-925480
Forschung
Vielstoffgemische
© Hippokrates Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG

Wie funktionieren Phytopharmaka? - Wirkmechanismen der Vielstoffgemische

Michael Wink
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Publication Date:
07 December 2006 (online)

Zusammenfassung

Phytopharmaka enthalten in der Regel Vielstoffgemische, in denen Polyphenole und Terpene die auffälligsten Komponenten sind. Diese Inhaltsstoffe können als Breitbandwirkstoffe angesehen werden, die mit Proteinen und Biomembranen als wichtigen Zelltargets durch nichtkovalente Wechselwirkungen interagieren können. Aber auch kovalente Modifizierungen von Proteinen durch Senföle, Aldehyde, Epoxide, Sesquiterpenlactone, Allicin oder Iridoide stören die Protein-Konformation und damit ihre Wirkmechanismen und Fähigkeit, mit anderen Proteinen zu kommunizieren (cross talk). Da den meisten Erkrankungen multiple Proteinstörungen zugrunde liegen, kommt der unselektiven Modifizierung von Proteinen durch Sekundärstoffe eine besondere Bedeutung zu. Die Breitbandwirkung auf Proteine und Biomembranen erklärt, warum Phytopharmaka wirksam sein können.

Literatur

Prof. Dr. Michael Wink

Universität Heidelberg, Institut für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie

Im Neuenheimer Feld 364

69120 Heidelberg

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