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DOI: 10.1055/s-2005-923247
Und wieder Cerclage: Retrospektive Analyse der seit 2001 an der UFK Heidelberg durchgeführten Cerclagen – Ein Plädoyer?
Hintergrund: Die prophylaktische Cerclage (PC) ist nach Datenlage nur einem Hochrisikokollektiv vorbehalten; die therapeutische Cerclage (TC) ist unzureichend untersucht. Ziel der vorliegenden Untersuchung war eine retrospektive Analyse aller PC und TC der letzten 5 Jahre an der UFK HD.
Patientinnen/Methoden: 58 Patientinnen (Median 18,5 SSW [Range 11–25] mit PC und TC. PC: Indikation nach internationalen Empfehlungen; Ausnahmefälle: traumatische geburtshilfliche Anamnese, Wunsch der Patientin. TC: Muttermundslänge <10mm, VBS, Fruchtblasenprolaps. Die Fallanalyse erfolgt deskriptiv. Darstellung als Median [Range].
Ergebnisse: 58 C wurden angelegt. 33x wurde eine PC (alle <24 SSW; 15 SSW [11–21]), 25x eine TC oder TMV durchgeführt (22 SSW [17–25]). 18/22 vor 24 SSW durchgeführten TC konnten auf >24 SSW prolongiert werden. In 51 Fällen wurde nach der C >24 SSW erreicht, in 8 Fällen gelang dies nicht, in 4 Fällen wurde die TC erst nach 24 SSW angelegt. In 55 Fällen wurde eine SS-Prolongation von >7d erzielt. Von den Patientinnen mit TC, die 24 SSW erreichten, schafften es 5 bis >35 SSW.
Schlussfolgerung: In 92% der Fälle kann eine SS-Prolongation erreicht und die Grenze zur Lebenfähigkeit überschritten werden. Patientinnen in einem auf die Versorgung von Frühgeburten <27 SSW spezialisierten Perinatalzentrum könnten so von TC profitieren. PC und vor allem TC sollten durchaus im operativen Repertoire geburtshilflich tätiger Ärzte erhalten werden.