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DOI: 10.1055/s-2005-923217
Schwangerschaft und Geburt nach weiblicher Genitalbeschneidung (Female Genital Cutting – FGC)
Nach Schätzungen internationaler Hilfsorganisationen sind im 21. Jahrhundert noch immer Millionen Frauen und Mädchen weltweit von FGC betroffen und täglich kommen neue Fälle hinzu.
Im Zeitraum von 1999 bis 2005 führte die Autorin eine empirische Untersuchung in Eritrea durch. Eine zentrale Frage stellt die Eruierung der Morbiditäts- und Mortalitätsraten bei beschnittenen (N= 420) im Vergleich zu unbeschnittenen Frauen (N=53) dar. Zum Befragungszeitpunkt waren die Frauen 15-70 Jahre alt, im Mittel 28,2 Jahre.
Im Zentrum der hiesigen Analyse stehen Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen, die mit FGC und insbesondere mit der Infibulation einhergehen, wie beispielsweise Hypoxie, Verletzungen des kindlichen Kopfes bei der Defibulation von infibulierten Frauen sub partu, Infektionen, Fehlgeburten, Totgeburten oder Wundheilungsstörungen in der Nachgeburtszeit. Zu den zentralen Randbedingungen gehörten mangelnde medizinische Grundversorgung und Armut.
Ein zentraler Diskussionspunkt der Repräsentanten verschiedener Organisationen ist die Frage, wie wirkungsvoll dazu beigetragen werden kann, diesen mit kulturellen und sozialen Gegebenheiten des jeweiligen Landes in Zusammenhang stehenden und häufig fest verankerten Brauch schließlich abzuschaffen.
Um dieses Ziel zu erreichen ist es unabdingbar, die komplexen Hintergründe und Zusammenhänge der FGC-Problematik aus einer Innen-Perspektive der betroffenen Individuen und Gesellschaften – hier am Beispiel Eritrea – zu analysieren; eine Perspektive von außen ist kontraproduktiv und nicht zielführend.