Z Geburtshilfe Neonatol 2005; 209 - PO_3_9
DOI: 10.1055/s-2005-923175

Die intrahepatischer Schwangerschaftscholestase: mütterlicher und kindlicher Verlauf

R Rasenack 1, C Jacobi 2, J Rasenack 3
  • 1Universitäts-Frauenklinik Freiburg
  • 2Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin
  • 3Medizinische Universitätsklinik

Die intrahepatische Schwangerschaftscholestase ist eine Erkrankung des dritten Trimenons.Sie geht mit Pruritus und einem Anstieg der alkalischen Phosphatase, der Transaminasen und des Bilirubins einher. Die mütterliche Prognose ist günstig während die Kinder ein höheres Risiko haben. Über die Höhe des kindlichen Risikos, den pathophysiologischen Mechanismus und die Wirksamkeit einer möglichen Überwachung und Therapie gibt es noch keine klaren Erkenntnisse. Wir berichten über vier Schwangerschaften bei einer Patientin mit intrahepatischer Schwangerschaftscholestase. Bei der ersten kam es zu einem intrauterinen Fruchttod, zwei Neugeborene hatten eine auffallende Atemnotsymptomatik, ein Kind entwickelte eine Neugeborenen-Sepsis, Leberfunktionsstörungen und leidet unter neurologischen Spätschäden.Dieser Fall zeigt, dass es im Rahmen der Schwangerschaftscholestase nicht nur zu mütterlichen Symptomen kommt, sondern dass sie auch zu einer erheblichen kindlichen Morbidität führen kann, sowohl während der Schwangerschaft als auch im Anschluss an die Geburt. Daraus folgt, dass Patientinnen mit Schwangerschaftscholestase intensiv überwacht und konsequent mit Ursodeoxycholsäure therapiert werden müssen und ihren Kindern postpartal auf Leber- aber auch Lungenerkrankungen geachtet werden muss.