Z Geburtshilfe Neonatol 2005; 209 - FV_7_4
DOI: 10.1055/s-2005-923093

Etablierung und Akzeptanz von KIWI, einer neuartigen patientenfreundlichen Vakuumextraktionsmethode in einem Perinatalzentrum

AP Klee 1, K Hoppe 1, K Müller 1, B Queißer 1, M Gonser 1
  • 1Klinik für Geburtshilfe und Pränatalmedizin, Dr. Horst Schmidt Kliniken, Wiesbaden

Fragestellung: Die herkömmliche Vakuumextraktion (VE) durch ein wiederverwendbares System stellt ein etabliertes Verfahren dar, welches allerdings dem Wunsch der Entbindenden nach einer möglichst wenig technisierten Geburt nicht gerecht wird. Daher wurde die Tauglichkeit eines neuartigen Einmalsystems (KIWI) untersucht.

Methode: Die Vakuumextraktionen der 2459 Entbindungen im Jahr 2004 (n=143,davon KIWI n=90) wurden hinsichtlich der Geburtsparameter und des fetalen Outcome ausgewertet.

Ergebnisse: Im Vergleich zu VE wurde KIWI häufiger für Entbindungen von Beckenausgang (44% vs. 11%) eingesetzt. Eine Hinterhauptslage lag bei KIWI in 50% vor (VE 34%). Ein Umsteigen auf eine andere vaginal-operative Entbindungsmethode war bei KIWI in 7% erforderlich (VE 9%). Die Rate an Dammrissen mit Sphinkterbeteiligung war bei Verwendung von KIWI geringer (8% vs. 13%). Die neonatalen Daten zu beiden Methoden unterschieden sich nicht signifikant hinsichtlich 5-Minuten APGAR, pH-Wert und Verlegungsrate. Auffallend positiv wurde die nur geringe Störung der Entbindungsatmosphäre durch KIWI empfunden.

Schlussfolgerung: KIWI stellt für die vaginal-operative Geburtshilfe ein sehr nützliches Instrument mit einer hohen Akzeptanz durch die Entbindenden dar.