Z Geburtshilfe Neonatol 2005; 209 - FV_7_3
DOI: 10.1055/s-2005-923092

Geburtshilfliche Komplikationen nach Messerkonisation

P Klaritsch 1, O Reich 1, A Giuliani 1, J Haas 1, K Tamussino 1, R Winter 1
  • 1Geburtshilflich-Gynäkologische Universitätsklinik, Medizinische Universität Graz–A

Hintergrund: Cervikale intraepitheliale Neoplasien Grad 3 (CIN 3) betreffen auch Frauen mit Kinderwunsch. Die Konisation gilt als Standardverfahren zur Abklärung dieser Läsionen und ist bei einer Resektion im Gesunden zugleich kurativer Eingriff. Ziel der vorliegenden Studie war es den Einfluss der Messerkonisation auf nachfolgende Schwangerschaften zu untersuchen.

Methode: In einer retrospektiven Fall-Kontroll-Studie verglichen wir 65 konisierte Frauen und deren 76 Geburten mit allen Einlingsgeburten unserer Abteilung zwischen 1992 und 2002 (n=29868). Ausgeschlossen wurden Frauen mit mehr als einer Konisation, bekannter Frühgeburtenanamnese und Mehrlingsschwangerschaft. Ergebnisse: Wir fanden eine signifikant kürzere Schwangerschaftsdauer in der Konisationsgruppe (<34 SSW: 9,2% vs. 3,0%, 34–37 SSW: 13,2% vs. 3,7%, >37 SSW: 77,6% vs. 93,4% [p=0.0001]). Vorzeitige Blasensprünge traten in 34,2% (n=26) der Konisationsgruppe und in 19,0% (n=5683) der Kontrollgruppe auf (p=0,001). 18,4% (n=14) der Kinder in der Konisationsgruppe wiesen ein Geburtsgewicht unter 2500g auf, gegenüber 7,7% (n=2297) der Kinder in der Kontrollgruppe (p=0,001). Das mittlere Geburtsgewicht in der Konisationsgruppe war nicht signifikant geringer (3147g vs. 3287g, p=0,115). Schnittentbindungen fanden sich in der Konisationsgruppe etwas häufiger (18,4% vs. 12,3% p=0,1148), Zervixrisse traten signifikant häufiger auf (8,8% vs. 1,3% p=0,0003). Schlussfolgerung: Messerkonisationen sind mit einer erhöhten Rate von geburtshilflichen Komplikationen assoziiert.