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DOI: 10.1055/s-2005-923078
Die Arteria uterina-Ligatur als Modell für pränatale Programmierung von Typ-2-Diabetes bei intrauterin wachstumsretardierten Ratten: Tierexperiment und Metaanalyse
Intrauterine Wachstumsretardierung gilt als Risikofaktor für die spätere Entstehung des metabolischen Syndroms X und Typ-2-Diabetes. Zur Untersuchung ursächlicher Mechanismen findet das Tiermodell der Arteria uterina-Ligatur (Lig) häufig Verwendung. Wir evaluierten dieses Tiermodell bezüglich seiner Eignung als Modell für das 'small baby syndrome' mittels einer eigenen großen tierexperimentellen Studie sowie einer Metaanalyse. Lig führte zu einer Verringerung der Wurfgröße verglichen zur Kontrollgruppe mit Scheinligatur (ShL) (ShL 12,58±4,03, n=12; Lig 5,59±3,13, n=39; p<0,001). Nachkommen von Lig Müttern wiesen keine neonatale Retardierung auf, sondern zeigten sogar ein erhöhtes mittleres Geburtsgewicht (ShL 6,14±0,60g, n=149; Lig 6,34±0,90g, n=207; p=0,01). Unsere Metaanalyse umfasste zwölf Studien. Wir fanden deutliche Hinweise auf publication bias (p=0,01), wobei kleinere Studien einen größeren Effekt von Lig auf die Verringerung des Geburtsgewichtes zeigten als größere Studien. In keiner der Studien trat eine erhöhte neonatale Gewichtszunahme bzw. catch-up growth auf. Nur in einer dieser zwölf Studien wurden Symptome des metabolischen Syndroms X bei Tieren mit intrauteriner Wachstumsretardierung beobachtet. Zusammenfassend stellt die Arteria uterina-Ligatur kein valides Tiermodell zur Untersuchung des Einflusses einer intrauterinen Mangelversorgung auf das spätere Risiko von Übergewicht, Diabetes und anderen metabolischen Erkrankungen dar. Gefördert durch die DFG (PL 241/3–1, 3–2).