Z Geburtshilfe Neonatol 2005; 209 - FV_1_2
DOI: 10.1055/s-2005-923050

Die Entwicklung und Nutzung eines Phantoms für ultraschallgesteuerte Punktionen in der Pränataldiagnostik

M Goeckenjan-Festag 1, AF Abdel-Kawi 1, I Hoff 1, AS Gast 1, P Baier 1, C Sohn 1
  • 1Frauenklinik, Universitätsklinik Heidelberg

Ultraschallgesteuerte Punktionen werden in der Pränatalmedizin häufig durchgeführt. In verschiedenen Analysen wurde gezeigt, dass die Komplikationsrate umso niedriger ist, je häufiger die Punktionen pro Untersucher durchgeführt werden, bzw. je höher die jährliche Punktionszahl pro Untersucher ist. Komplikationen wie zweimaliger Einstich, Entwicklung eines Fruchtwasser-Leaks, vorzeitiger Blasensprung, vaginale Blutung und Abort sind somit vom Training der Durchführenden abhängig.

Wir entwickelten ein wiedernutzbares Phantom, an dem das Team unserer Sektion für Ultraschalldiagnostik ultraschallgesteuerte Punktionen üben kann. Verschiedene Modelle zur Erstellung eines Modells wurden ausprobiert, wobei der Schwerpunkt auf einer guten Ultraschalldarstellbarkeit, der fehlenden Markierung des Punktionskanals und der Wiederverwendbarkeit lag. Gezeigt werden soll das Phantom, das mit verschiednenen Umbauten auch zur Chorionzottenbiopsie sowie Nabelschnurpunktionen genutzt werden kann.

Mithilfe von verschiedenen Materialien gelang es uns ein stabiles System zu entwicklen, durch das ultraschallgesteuerte Puntionen in der Pränataldiagnostik simuliert werden können. Durch die Schulung am Phantom bei Ultraschallkursen und Klinik-internen Fortbildungen können Komplikationen der Punktionen reduziert werden.